[Evolving Epidemiology of Home Mechanical Ventilation: A Rapidly Growing Challenge for Patient Care].
Epidemiologische Entwicklung der außerklinischen Beatmung: Eine rasant zunehmende Herausforderung für die ambulante und stationäre Patientenversorgung.
Journal
Pneumologie (Stuttgart, Germany)
ISSN: 1438-8790
Titre abrégé: Pneumologie
Pays: Germany
ID NLM: 8906641
Informations de publication
Date de publication:
Nov 2019
Nov 2019
Historique:
entrez:
13
11
2019
pubmed:
13
11
2019
medline:
19
11
2019
Statut:
ppublish
Résumé
Home mechanical ventilation is dramatically evolving in Germany. Patients with non-invasive and invasive ventilation are increasingly treated at home. In-hospital treatment of these patients is also necessary either for control visits or the management of acute medical problems. However, the development of in-hospital patient care, morbidity and mortality of these patients is unknown. All patients with long-term dependence on mechanical ventilation for more than three months requiring hospitalisation between 2006 and 2016 were analysed (data obtained from the Federal Statistical Office of Germany). There was an exponential increase in the number of in-patients with long-term dependence of mechanical ventilation. While 24 845 patients were treated in-hospital in 2006, 86 117 patients were treated in 2016. Correspondingly, mortality decreased from 13.2 % (2006) to 5.7 % (2016). In addition, in 2016 47 % of all patients were treated on the intensive care or high dependency care unit. Overall, patients had been severely ill, as there were plenty of medical and neurological co-morbidities. The most common diagnosis was COPD with 58 % of all cases, followed by several cardiology diagnosis. A high number of patients had an impairment of renal function (24 %), in part requiring dialysis. The rapid development of home mechanical ventilation substantially impacts on the development of the hospital landscape in Germany. The exponential increase of these care-intensive patients is challenging for the health care system and requires a discussion about its limits. Die außerklinische Beatmung erfährt in Deutschland eine rasante Entwicklung. Patienten mit chronischer respiratorischer Insuffizienz werden in deutlich zunehmender Zahl nichtinvasiv oder invasiv in einem häuslichen Setting beatmet. Diese Patienten müssen im Rahmen von Kontrolluntersuchungen oder Akut-Problemen immer wieder stationär behandelt werden. Die für die Steuerung des Gesundheitswesens wichtige Entwicklung der stationären Behandlungsfälle ist bislang ebenso unbekannt wie die Morbidität und Krankenhaussterblichkeit der häuslich beatmeten Patienten. Von 2006 – 2016 wurden alle stationären Aufnahmen analysiert, bei denen eine Langzeit-Abhängigkeit vom Respirator (mindestens 3 Monate) bestand (Daten des Deutschen Statistischen Bundesamtes). Es zeigte sich eine exponentielle Zunahme von stationären Behandlungsfällen, wobei 2006 noch 24 845 Patienten stationär behandelt werden mussten, im Jahr 2016 hingegen 86 117 Patienten. Im gleichen Zeitraum zeigte sich eine Abnahme der Krankenhaussterblichkeit von 13,2 % (2006) auf 5,7 % (2016). Im Jahr 2016 wurden zudem 47 % der Patienten auf einer Intensiv-, Weaning- oder Überwachungsstation behandelt. Es bestand eine Vielzahl von internistischen und neurologischen Komorbiditäten, welche in Verbindung mit der chronischen respiratorischen Insuffizienz die große Patientenkohorte als schwer krankes Patientenkollektiv charakterisierte. Führende Diagnosen waren die COPD mit 58 % und eine Vielzahl kardiologischer Diagnosen. Auffällig viele Patienten (24 %) zeigten eine Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zur Dialysepflichtigkeit. Die rasante Zunahme der außerklinischen Beatmung hat wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Krankenhauslandschaft in Deutschland. Der exponentielle Anstieg der sehr pflegeintensiven Patienten stellt das Gesundheitssystem vor extreme Herausforderungen und erfordert eine gesundheitspolitische Diskussion über die Grenzen des Systems.
Sections du résumé
BACKGROUND
BACKGROUND
Home mechanical ventilation is dramatically evolving in Germany. Patients with non-invasive and invasive ventilation are increasingly treated at home. In-hospital treatment of these patients is also necessary either for control visits or the management of acute medical problems. However, the development of in-hospital patient care, morbidity and mortality of these patients is unknown.
METHODS
METHODS
All patients with long-term dependence on mechanical ventilation for more than three months requiring hospitalisation between 2006 and 2016 were analysed (data obtained from the Federal Statistical Office of Germany).
RESULTS
RESULTS
There was an exponential increase in the number of in-patients with long-term dependence of mechanical ventilation. While 24 845 patients were treated in-hospital in 2006, 86 117 patients were treated in 2016. Correspondingly, mortality decreased from 13.2 % (2006) to 5.7 % (2016). In addition, in 2016 47 % of all patients were treated on the intensive care or high dependency care unit. Overall, patients had been severely ill, as there were plenty of medical and neurological co-morbidities. The most common diagnosis was COPD with 58 % of all cases, followed by several cardiology diagnosis. A high number of patients had an impairment of renal function (24 %), in part requiring dialysis.
CONCLUSIONS
CONCLUSIONS
The rapid development of home mechanical ventilation substantially impacts on the development of the hospital landscape in Germany. The exponential increase of these care-intensive patients is challenging for the health care system and requires a discussion about its limits.
HINTERGRUND
UNASSIGNED
Die außerklinische Beatmung erfährt in Deutschland eine rasante Entwicklung. Patienten mit chronischer respiratorischer Insuffizienz werden in deutlich zunehmender Zahl nichtinvasiv oder invasiv in einem häuslichen Setting beatmet. Diese Patienten müssen im Rahmen von Kontrolluntersuchungen oder Akut-Problemen immer wieder stationär behandelt werden. Die für die Steuerung des Gesundheitswesens wichtige Entwicklung der stationären Behandlungsfälle ist bislang ebenso unbekannt wie die Morbidität und Krankenhaussterblichkeit der häuslich beatmeten Patienten.
METHODE
METHODS
Von 2006 – 2016 wurden alle stationären Aufnahmen analysiert, bei denen eine Langzeit-Abhängigkeit vom Respirator (mindestens 3 Monate) bestand (Daten des Deutschen Statistischen Bundesamtes).
ERGEBNISSE
UNASSIGNED
Es zeigte sich eine exponentielle Zunahme von stationären Behandlungsfällen, wobei 2006 noch 24 845 Patienten stationär behandelt werden mussten, im Jahr 2016 hingegen 86 117 Patienten. Im gleichen Zeitraum zeigte sich eine Abnahme der Krankenhaussterblichkeit von 13,2 % (2006) auf 5,7 % (2016). Im Jahr 2016 wurden zudem 47 % der Patienten auf einer Intensiv-, Weaning- oder Überwachungsstation behandelt. Es bestand eine Vielzahl von internistischen und neurologischen Komorbiditäten, welche in Verbindung mit der chronischen respiratorischen Insuffizienz die große Patientenkohorte als schwer krankes Patientenkollektiv charakterisierte. Führende Diagnosen waren die COPD mit 58 % und eine Vielzahl kardiologischer Diagnosen. Auffällig viele Patienten (24 %) zeigten eine Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zur Dialysepflichtigkeit.
DISKUSSION
CONCLUSIONS
Die rasante Zunahme der außerklinischen Beatmung hat wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Krankenhauslandschaft in Deutschland. Der exponentielle Anstieg der sehr pflegeintensiven Patienten stellt das Gesundheitssystem vor extreme Herausforderungen und erfordert eine gesundheitspolitische Diskussion über die Grenzen des Systems.
Autres résumés
Type: Publisher
(ger)
Die außerklinische Beatmung erfährt in Deutschland eine rasante Entwicklung. Patienten mit chronischer respiratorischer Insuffizienz werden in deutlich zunehmender Zahl nichtinvasiv oder invasiv in einem häuslichen Setting beatmet. Diese Patienten müssen im Rahmen von Kontrolluntersuchungen oder Akut-Problemen immer wieder stationär behandelt werden. Die für die Steuerung des Gesundheitswesens wichtige Entwicklung der stationären Behandlungsfälle ist bislang ebenso unbekannt wie die Morbidität und Krankenhaussterblichkeit der häuslich beatmeten Patienten.
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