[Effect of different pain management protocols on the health status of German Holstein heifer calves undergoing hot iron disbudding].

Einfluss der thermischen Enthornung mit unterschiedlichem Schmerzmanagement auf die Gesundheit von Kälbern.

Journal

Tierarztliche Praxis. Ausgabe G, Grosstiere/Nutztiere
ISSN: 2567-5834
Titre abrégé: Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere
Pays: Germany
ID NLM: 9715779

Informations de publication

Date de publication:
Oct 2020
Historique:
entrez: 20 10 2020
pubmed: 21 10 2020
medline: 14 5 2021
Statut: ppublish

Résumé

Hot iron disbudding of calves is a stressful and painful procedure. Previous parts of an ongoing comprehensive study on disbudding in dairy calves dealt with various types of pain management and the direct effects of the procedure on physiological, biochemical and behavioral processes. The goal of this study part was to investigate the effects of the disbudding procedure per se, pain management and the age of the calf at the time of disbudding on the health status of the calf. A total of 337 German Holstein heifer calves were used for this prospective, randomized and triple-blinded study. The calves were disbudded at 4-10 days or at 15-28 days of age. Each calf was randomly assigned to one of 9 treatment groups, which differed with respect to pain management (sedation, local anesthesia, nonsteroidal antiinflammatory drugs, placebo). All but the sham-disbudded calves underwent hot iron disbudding and all calves were monitored clinically before and until 4 weeks after the procedure. The findings were analyzed using valuation scores and a threshold model of the SAS software. Disbudding exhibited adverse effects on respiratory health. Calves undergoing sham disbudding experienced the lowest incidence of respiratory disease and calves that did not receive any anesthesia or pain medication displayed the highest frequency. All treatments showed mitigating effects on the incidence of respiratory tract diseases, however the effects varied with the type of pain management. Fever was less common in calves that were disbudded early in life than calves that underwent disbudding at an older age. Disbudding of young calves poses a risk to respiratory health. If breeding of polled offspring is not possible or when farming of horned cattle is not feasible, the risk of respiratory disease induced by disbudding can be minimized by adequate pain management. Disbudding of very young calves is feasible and recommended. The present study underlines the importance of optimal pain management during disbudding of dairy calves. Die thermische Enthornung von Kälbern stellt einen mit Schmerz und Stress verbundenen Eingriff dar. Verschiedene Verfahren der Schmerzausschaltung sowie die unmittelbaren Auswirkungen auf physiologische, biochemische und ethologische Prozesse wurden bereits ermittelt. Ziel der Studie war zu evaluieren, ob die Enthornung selbst, das Schmerzmanagement oder das Alter der Kälber zum Zeitpunkt des Eingriffs die Gesundheit der Tiere beeinflusst. Die Studie wurde als randomisierte, dreifach verblindete, prospektive Untersuchung an 337 weiblichen Deutsch-Holstein-Kälbern durchgeführt. Die Enthornung der Tiere erfolgte zwischen dem 4. und 10. Lebenstag oder zwischen dem 15. und 28. Lebenstag. Jedes Kalb wurde dabei einer von 9 Behandlungsgruppen zugelost, die sich in Art und Umfang der analgetischen Komponenten (Sedation, Leitungsanästhesie, Antiphlogese vs. Plazebo) unterschieden. Alle Kälber, bis auf die aus der Gruppe der scheinenthornten, wurden thermisch enthornt und sämtliche Tiere unterlagen einer klinischen Überwachung beginnend vor bis 4 Wochen nach dem Eingriff. Die erhobenen Befunde wurden als Boniturnoten unter Verwendung des Schwellenwertkonzepts mit dem Statistikprogramm SAS ausgewertet. Die Enthornung beeinflusste die Gesundheit des Respirationsapparats der Kälber. Tiere, bei denen die Enthornung lediglich simuliert wurde, zeigten die niedrigsten Erkrankungsraten. Am häufigsten erkrankten Kälber, bei denen die Enthornung ohne Analgesie erfolgte. Die Varianten des Schmerzmanagements senkten das Risiko respiratorischer Erkrankungen in unterschiedlichem Maß. Die zu einem früheren Zeitpunkt enthornten Kälber wiesen seltener eine abweichende innere Körpertemperatur auf als ältere Kälber. Die Enthornung stellt ein Risiko für die Gesundheit des Respirationsapparats von Kälbern dar. Sind Hornloszüchtung oder die Haltung horntragender Tiere nicht möglich, kann durch ein adäquates Schmerzmanagement das Risiko respiratorischer Erkrankungen gesenkt werden. Die Enthornung zu einem frühen Zeitpunkt ist möglich und sinnvoll. Die Studie belegt die Bedeutung eines adäquaten Schmerzmanagements zur Enthornung für die Kälbergesundheit.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Die thermische Enthornung von Kälbern stellt einen mit Schmerz und Stress verbundenen Eingriff dar. Verschiedene Verfahren der Schmerzausschaltung sowie die unmittelbaren Auswirkungen auf physiologische, biochemische und ethologische Prozesse wurden bereits ermittelt. Ziel der Studie war zu evaluieren, ob die Enthornung selbst, das Schmerzmanagement oder das Alter der Kälber zum Zeitpunkt des Eingriffs die Gesundheit der Tiere beeinflusst.

Identifiants

pubmed: 33080655
doi: 10.1055/a-1229-8393
doi:

Types de publication

Journal Article

Langues

ger

Sous-ensembles de citation

IM

Pagination

318-326

Informations de copyright

Thieme. All rights reserved.

Déclaration de conflit d'intérêts

Die Autoren bestätigen, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Auteurs

Johannes Kretschmann (J)

Klinik für Klauentiere, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

Lisa Scherf (L)

Klinik für Klauentiere, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

Marie Luise Fischer (ML)

Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

Matthias Kaiser (M)

Klinik für Klauentiere, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

Hendrik Müller (H)

Klinik für Klauentiere, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

Joachim Spilke (J)

Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Arbeitsgruppe Biometrie und Agrarinformatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Norbert Mielenz (N)

Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Arbeitsgruppe Biometrie und Agrarinformatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Gerd Möbius (G)

Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

Lilli Bittner (L)

Klinik für Klauentiere, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

Ilka Steinhöfel (I)

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abteilung Landwirtschaft.

Walter Baumgartner (W)

Universitätsklinik für Wiederkäuer, Veterinärmedizinische Universität Wien.

Alexander Starke (A)

Klinik für Klauentiere, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig.

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