[Digital Health Applications: A Qualitative Study of Approaches to Improve Access to Statutory Health Insurance].

Lösungsansätze für den Zugang digitaler Gesundheitsanwendungen zur Gesetzlichen Krankenversicherung: eine qualitative Studie.

Journal

Gesundheitswesen (Bundesverband der Arzte des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany))
ISSN: 1439-4421
Titre abrégé: Gesundheitswesen
Pays: Germany
ID NLM: 9204210

Informations de publication

Date de publication:
Jan 2022
Historique:
pubmed: 27 2 2021
medline: 18 1 2022
entrez: 26 2 2021
Statut: ppublish

Résumé

 There is a lack of integration of appropriate digital health applications (DiGA) into the first healthcare market in Germany. In order to enable a valid and reliable use of previously examined digital health products, their implementation into services of the statutory health insurance (SHI) is necessary. The aim of this study was the development of strategies to modify and improve access of DiGA to SHI reimbursement. The recently introduced Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) is an initial step in this direction.  Using a qualitative approach, focus group interviews were conducted with key stakeholders of existing access paths. Previously elaborated problem-solving approaches were discussed. The approaches ranged between adapting existing structures and implementing an original digital pathway. Subsequently, a comparison of the project results and legislative provision of the DVG was carried out.  The proposed approaches were discussed heterogeneously and varied depending on the position of the participants. The implementation of an Advisory Council had a greater consensus than the introduction of a digital-specific pathway. Also individual measures like administrative support for generating the necessary evidence was considered as positive and beneficial. However, a deviation from the current evidence standards should be avoided. Furthermore, the legitimacy and time expenditure for the digital-specific pathway was called into doubt.  In principle, a better focus on existing structures on digital health applications can be endorsed. For a short-term use of DiGA potentials, adaptions of existing structures are preferable. The DVG legislation, although conforming to the project results only to some degree, can be considered as a first step. An amendment, in particular from the viewpoint of diagnostic or therapeutic DiGA, appears to be necessary. Nutzstiftende digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind bislang nicht hinreichend in den ersten Gesundheitsmarkt integriert. Um eine gezielte und sichere Anwendung von geprüften digitalen Produkten zu ermöglichen, sollte jedoch die Implementierung in das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung anvisiert werden. Die Studie zielte auf die Entwicklung von Lösungsstrategien zur Verbesserung der Zugangsmodalitäten von DiGA in das deutsche Gesundheitssystem ab. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde zwischenzeitlich mit Einführung des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) vorgenommen. Im Rahmen qualitativer Fokusgruppeninterviews wurden die relevanten Stakeholder zentraler Zugangswege zu 3 im Vorfeld entwickelten Reformoptionen befragt. Diese reichten von der Anpassung bestehender Strukturen an die Anforderungen digitaler Lösungen bis hin zur Einführung einer originären Leistungskategorie für DiGA. Die Auswertung erfolgte mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse. Abschließend werden die Projektergebnisse den Vorgaben des DVG gegenübergestellt. Die 3 Lösungsstrategien wurden heterogen und positionsabhängig diskutiert. Der größte Konsens konnte hinsichtlich der Einführung einer zentralen Beratungsstelle beobachtet werden. Auch Einzelmaßnahmen aus der ersten Reformoption, wie die Schaffung eines Erprobungsverfahrens zur Generierung notwendiger Evidenz, wurden als sinnvoll bewertet. Dennoch wurde mehrheitlich darauf hingewiesen, dass eine Aushöhlung des bestehenden Evidenzniveaus grundsätzlich zu vermeiden sei. Gleichwohl entsprechende Vorteile im Vergleich zu den anderen Lösungsvorschlägen gesehen wurden, ist insbesondere die Einführung einer gänzlich neuen Leistungskategorie kritisch bewertet worden. Gegenargumente waren der zeitliche Aufwand sowie die fragliche Legitimation eines DiGA-spezifischen Zugangsverfahrens. Die grundsätzliche Anpassung bestehender Strukturen auf die spezifischen Anforderungen digitaler Versorgungslösungen wurde als sinnvoll bis notwendig erachtet. Um Potenziale von DiGA kurzfristig sinnvoll nutzen zu können, sollten primär Anpassungen an den bestehenden Strukturen und Verfahren vorgenommen werden. Das DVG ist als erster Schritt positiv zu bewerten, stimmt jedoch nur bedingt mit den Ergebnissen und Einschätzungen aus den Fokusgruppeninterviews überein. Insbesondere mit Blick auf diagnostische und therapeutische DiGA scheinen die Neuregelungen noch nicht umfassend genug zu sein.

Sections du résumé

BACKGROUND BACKGROUND
 There is a lack of integration of appropriate digital health applications (DiGA) into the first healthcare market in Germany. In order to enable a valid and reliable use of previously examined digital health products, their implementation into services of the statutory health insurance (SHI) is necessary. The aim of this study was the development of strategies to modify and improve access of DiGA to SHI reimbursement. The recently introduced Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) is an initial step in this direction.
METHODS METHODS
 Using a qualitative approach, focus group interviews were conducted with key stakeholders of existing access paths. Previously elaborated problem-solving approaches were discussed. The approaches ranged between adapting existing structures and implementing an original digital pathway. Subsequently, a comparison of the project results and legislative provision of the DVG was carried out.
RESULTS RESULTS
 The proposed approaches were discussed heterogeneously and varied depending on the position of the participants. The implementation of an Advisory Council had a greater consensus than the introduction of a digital-specific pathway. Also individual measures like administrative support for generating the necessary evidence was considered as positive and beneficial. However, a deviation from the current evidence standards should be avoided. Furthermore, the legitimacy and time expenditure for the digital-specific pathway was called into doubt.
CONCLUSIONS CONCLUSIONS
 In principle, a better focus on existing structures on digital health applications can be endorsed. For a short-term use of DiGA potentials, adaptions of existing structures are preferable. The DVG legislation, although conforming to the project results only to some degree, can be considered as a first step. An amendment, in particular from the viewpoint of diagnostic or therapeutic DiGA, appears to be necessary.
ZIEL DER STUDIE UNASSIGNED
Nutzstiftende digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind bislang nicht hinreichend in den ersten Gesundheitsmarkt integriert. Um eine gezielte und sichere Anwendung von geprüften digitalen Produkten zu ermöglichen, sollte jedoch die Implementierung in das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung anvisiert werden. Die Studie zielte auf die Entwicklung von Lösungsstrategien zur Verbesserung der Zugangsmodalitäten von DiGA in das deutsche Gesundheitssystem ab. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde zwischenzeitlich mit Einführung des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) vorgenommen.
METHODIK METHODS
Im Rahmen qualitativer Fokusgruppeninterviews wurden die relevanten Stakeholder zentraler Zugangswege zu 3 im Vorfeld entwickelten Reformoptionen befragt. Diese reichten von der Anpassung bestehender Strukturen an die Anforderungen digitaler Lösungen bis hin zur Einführung einer originären Leistungskategorie für DiGA. Die Auswertung erfolgte mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse. Abschließend werden die Projektergebnisse den Vorgaben des DVG gegenübergestellt.
ERGEBNISSE UNASSIGNED
Die 3 Lösungsstrategien wurden heterogen und positionsabhängig diskutiert. Der größte Konsens konnte hinsichtlich der Einführung einer zentralen Beratungsstelle beobachtet werden. Auch Einzelmaßnahmen aus der ersten Reformoption, wie die Schaffung eines Erprobungsverfahrens zur Generierung notwendiger Evidenz, wurden als sinnvoll bewertet. Dennoch wurde mehrheitlich darauf hingewiesen, dass eine Aushöhlung des bestehenden Evidenzniveaus grundsätzlich zu vermeiden sei. Gleichwohl entsprechende Vorteile im Vergleich zu den anderen Lösungsvorschlägen gesehen wurden, ist insbesondere die Einführung einer gänzlich neuen Leistungskategorie kritisch bewertet worden. Gegenargumente waren der zeitliche Aufwand sowie die fragliche Legitimation eines DiGA-spezifischen Zugangsverfahrens.
SCHLUSSFOLGERUNG UNASSIGNED
Die grundsätzliche Anpassung bestehender Strukturen auf die spezifischen Anforderungen digitaler Versorgungslösungen wurde als sinnvoll bis notwendig erachtet. Um Potenziale von DiGA kurzfristig sinnvoll nutzen zu können, sollten primär Anpassungen an den bestehenden Strukturen und Verfahren vorgenommen werden. Das DVG ist als erster Schritt positiv zu bewerten, stimmt jedoch nur bedingt mit den Ergebnissen und Einschätzungen aus den Fokusgruppeninterviews überein. Insbesondere mit Blick auf diagnostische und therapeutische DiGA scheinen die Neuregelungen noch nicht umfassend genug zu sein.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Nutzstiftende digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind bislang nicht hinreichend in den ersten Gesundheitsmarkt integriert. Um eine gezielte und sichere Anwendung von geprüften digitalen Produkten zu ermöglichen, sollte jedoch die Implementierung in das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung anvisiert werden. Die Studie zielte auf die Entwicklung von Lösungsstrategien zur Verbesserung der Zugangsmodalitäten von DiGA in das deutsche Gesundheitssystem ab. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde zwischenzeitlich mit Einführung des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) vorgenommen.

Identifiants

pubmed: 33636736
doi: 10.1055/a-1341-1085
doi:

Types de publication

Journal Article

Langues

ger

Sous-ensembles de citation

IM

Pagination

64-74

Informations de copyright

Georg Thieme Verlag KG Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany.

Déclaration de conflit d'intérêts

Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Auteurs

Juliane Andrea Düvel (JA)

Fakultät für Gesundheitswissenschaften Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland.

Daniel Gensorowsky (D)

Fakultät für Gesundheitswissenschaften Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland.

Lena Hasemann (L)

Fakultät für Gesundheitswissenschaften Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland.

Wolfgang Greiner (W)

Fakultät für Gesundheitswissenschaften Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland.

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