[How do generic quotas work? An analysis using HIV infection as an example].

Wie wirken Generikaquoten? Eine Analyse am Beispiel der HIV-Infektion.
Ambulatory healthcare Managed primary care Medical supply Secondary data Statutory health insurance

Journal

Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz
ISSN: 1437-1588
Titre abrégé: Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz
Pays: Germany
ID NLM: 101181368

Informations de publication

Date de publication:
May 2021
Historique:
received: 18 11 2020
accepted: 12 03 2021
pubmed: 15 4 2021
medline: 5 5 2021
entrez: 14 4 2021
Statut: ppublish

Résumé

Instruments controlling statutory healthcare medical supply have long been a topic of debate in health policy reform discussions. Over the years, a variety of tools have been developed, most of which are aimed at controlling drug expenditure. The instruments controlling regional prescriptions primarily focus on controlling behavioural patterns of the prescribing physicians. Important to note is the increased use of indication-directed quotas, primarily of drug leads and/or generics/biosimilars. These are now also available in the area of the human immunodeficiency virus (HIV), such as the generic quotas for HIV medications introduced in Bavaria and Berlin in 2020. The aim of this article is to analyse the benefits and limitations of generic quota solutions in HIV care using statutory health insurance drug prescription data and to outline recommendations for action. It was observed that the quota potential for generics in the area of patent-free drugs in HIV care has already been largely exhausted. This can be explained by HIV prescribers supporting product exchange on the prescription. The best-case scenario in terms of regulation has almost been reached. This is due to a suitable set of instruments, including the framework agreement for medical supply as well as prescribing according to guidelines - in conjunction with the Pharmaceuticals Market Reorganisation Act (AMNOG) and reference prices for drugs. Conforming with guidelines and (existing) single-tablet regimens play an integral role in maintaining good quality of care. HINTERGRUND: Die Steuerungsinstrumente der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind schon länger Bestandteil der gesundheitspolitischen Reformdebatte. Über die Jahre hat sich eine Gemengelage sehr verschiedener Werkzeuge herausgebildet, die zumeist auf eine Kontrolle der Arzneimittelausgaben zielen. Die Instrumente der regionalen Verordnungssteuerung fokussieren vor allem auf eine Verhaltenssteuerung des verordnenden Arztes. Zu erwähnen ist nicht zuletzt der verstärkte Einsatz von indikationsbezogenen Quoten, vorrangig Leitsubstanzen und/oder Generika/Biosimilars. Diese gibt es mittlerweile auch im Bereich des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV), etwa die seit 2020 in Bayern und Berlin eingeführten Generikaquoten für HIV-Therapeutika. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, auf Grundlage von GKV-Apothekenabrechnungsdaten das Potenzial sowie Grenzen von Generikaquotenlösungen in der HIV-Versorgung zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu skizzieren. Es zeigte sich, dass das Quotenpotenzial für Generika im patentfreien Bereich in der HIV-Versorgung bereits weitgehend ausgeschöpft wird. Dieser Umstand ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die HIV-Verordner den Austausch durch Verzicht auf Aut-idem-Kreuze auf dem Kassenrezept unterstützen. Das steuerungspolitische Optimum ist fast erreicht. Dies ist auf das geeignete Instrumentarium zurückzuführen, das aus dem Rahmenvertrag zur Arzneimittelversorgung und einer leitliniengerechten Wirkstoffverordnung durch den Arzt besteht – in Verbindung mit dem AMNOG(Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz)-Verfahren und Festbeträgen. Leitlinienkonformität und (existierende) Eintablettenregime müssen beibehalten werden, damit die gute Versorgungsqualität gewährleistet bleibt.

Sections du résumé

BACKGROUND BACKGROUND
Instruments controlling statutory healthcare medical supply have long been a topic of debate in health policy reform discussions. Over the years, a variety of tools have been developed, most of which are aimed at controlling drug expenditure. The instruments controlling regional prescriptions primarily focus on controlling behavioural patterns of the prescribing physicians. Important to note is the increased use of indication-directed quotas, primarily of drug leads and/or generics/biosimilars. These are now also available in the area of the human immunodeficiency virus (HIV), such as the generic quotas for HIV medications introduced in Bavaria and Berlin in 2020.
OBJECTIVE OBJECTIVE
The aim of this article is to analyse the benefits and limitations of generic quota solutions in HIV care using statutory health insurance drug prescription data and to outline recommendations for action.
RESULTS RESULTS
It was observed that the quota potential for generics in the area of patent-free drugs in HIV care has already been largely exhausted. This can be explained by HIV prescribers supporting product exchange on the prescription.
DISCUSSION CONCLUSIONS
The best-case scenario in terms of regulation has almost been reached. This is due to a suitable set of instruments, including the framework agreement for medical supply as well as prescribing according to guidelines - in conjunction with the Pharmaceuticals Market Reorganisation Act (AMNOG) and reference prices for drugs. Conforming with guidelines and (existing) single-tablet regimens play an integral role in maintaining good quality of care.
ZUSAMMENFASSUNG UNASSIGNED
HINTERGRUND: Die Steuerungsinstrumente der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind schon länger Bestandteil der gesundheitspolitischen Reformdebatte. Über die Jahre hat sich eine Gemengelage sehr verschiedener Werkzeuge herausgebildet, die zumeist auf eine Kontrolle der Arzneimittelausgaben zielen. Die Instrumente der regionalen Verordnungssteuerung fokussieren vor allem auf eine Verhaltenssteuerung des verordnenden Arztes. Zu erwähnen ist nicht zuletzt der verstärkte Einsatz von indikationsbezogenen Quoten, vorrangig Leitsubstanzen und/oder Generika/Biosimilars. Diese gibt es mittlerweile auch im Bereich des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV), etwa die seit 2020 in Bayern und Berlin eingeführten Generikaquoten für HIV-Therapeutika.
ZIELSTELLUNG UNASSIGNED
Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, auf Grundlage von GKV-Apothekenabrechnungsdaten das Potenzial sowie Grenzen von Generikaquotenlösungen in der HIV-Versorgung zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu skizzieren.
ERGEBNISSE UNASSIGNED
Es zeigte sich, dass das Quotenpotenzial für Generika im patentfreien Bereich in der HIV-Versorgung bereits weitgehend ausgeschöpft wird. Dieser Umstand ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die HIV-Verordner den Austausch durch Verzicht auf Aut-idem-Kreuze auf dem Kassenrezept unterstützen.
DISKUSSION CONCLUSIONS
Das steuerungspolitische Optimum ist fast erreicht. Dies ist auf das geeignete Instrumentarium zurückzuführen, das aus dem Rahmenvertrag zur Arzneimittelversorgung und einer leitliniengerechten Wirkstoffverordnung durch den Arzt besteht – in Verbindung mit dem AMNOG(Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz)-Verfahren und Festbeträgen. Leitlinienkonformität und (existierende) Eintablettenregime müssen beibehalten werden, damit die gute Versorgungsqualität gewährleistet bleibt.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
HINTERGRUND: Die Steuerungsinstrumente der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind schon länger Bestandteil der gesundheitspolitischen Reformdebatte. Über die Jahre hat sich eine Gemengelage sehr verschiedener Werkzeuge herausgebildet, die zumeist auf eine Kontrolle der Arzneimittelausgaben zielen. Die Instrumente der regionalen Verordnungssteuerung fokussieren vor allem auf eine Verhaltenssteuerung des verordnenden Arztes. Zu erwähnen ist nicht zuletzt der verstärkte Einsatz von indikationsbezogenen Quoten, vorrangig Leitsubstanzen und/oder Generika/Biosimilars. Diese gibt es mittlerweile auch im Bereich des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV), etwa die seit 2020 in Bayern und Berlin eingeführten Generikaquoten für HIV-Therapeutika.

Identifiants

pubmed: 33852022
doi: 10.1007/s00103-021-03312-1
pii: 10.1007/s00103-021-03312-1
pmc: PMC8087608
doi:

Substances chimiques

Biosimilar Pharmaceuticals 0
Drugs, Generic 0

Types de publication

Journal Article

Langues

ger

Sous-ensembles de citation

IM

Pagination

625-634

Références

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Baumgarten A (2014) Erstmals qualitätsgestützte HCV-Behandlung aus Spezialisten-Hand. Interview mit Dr. med. Axel Baumgarten. Connexi 2(6):9–11

Auteurs

Robin Rüsenberg (R)

Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e. V. (dagnä), Berlin, Deutschland.

Axel Baumgarten (A)

Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e. V. (dagnä), Berlin, Deutschland.
Zentrum für Infektiologie Berlin Prenzlauer Berg (ZIBP), Berlin, Deutschland.

Stefan Mauss (S)

Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e. V. (dagnä), Berlin, Deutschland.
Zentrum für HIV und Hepatogastroenterologie, Düsseldorf, Deutschland.

Gabriele Gradl (G)

Deutsches Arzneiprüfungsinstitut e. V. (DAPI), Berlin, Deutschland.

Martin Schulz (M)

Deutsches Arzneiprüfungsinstitut e. V. (DAPI), Berlin, Deutschland.
Institut für Pharmazie, Freie Universität Berlin, Berlin, Deutschland.
Geschäftsbereich Arzneimittel, ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V., Berlin, Deutschland.

Barbara Bartmeyer (B)

Abteilung für Infektionsepidemiologie, Robert Koch-Institut, Seestraße 10, 13353, Berlin, Deutschland.

Christian Kollan (C)

Abteilung für Infektionsepidemiologie, Robert Koch-Institut, Seestraße 10, 13353, Berlin, Deutschland.

Daniel Schmidt (D)

Abteilung für Infektionsepidemiologie, Robert Koch-Institut, Seestraße 10, 13353, Berlin, Deutschland. schmidtd@rki.de.

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