[Ergotism-a weed from Mesopotamia became an epidemic pathogen in Europe].
Der Ergotismus – ein Ackerunkraut aus Mesopotamien wurde in Europa zum noch immer aktuellen Epidemie-Erreger.
Journal
Wiener medizinische Wochenschrift (1946)
ISSN: 1563-258X
Titre abrégé: Wien Med Wochenschr
Pays: Austria
ID NLM: 8708475
Informations de publication
Date de publication:
Nov 2023
Nov 2023
Historique:
received:
27
05
2022
accepted:
03
08
2022
medline:
9
11
2023
pubmed:
1
9
2022
entrez:
31
8
2022
Statut:
ppublish
Résumé
In Mesopotamian wheat fields rye grew as weed and after certain developments rye reached Europe and there became a cultivable plant and the dominant grain in certain regions. With the rye also its parasite, the Claviceps purpurea, reached Europe. This ascomycete infects particular rye grains and in its developmental cycle grows to sclerotia bigger than each grain. These forms, the so-called ergots, contain the poisonous ergotalcaloids. After their intake they produce two characteristic forms of ergotism.The clinical picture of the Ergotismus gangraenosus already before the knowledge of its origin, was known as "Ignis sacer", "Anthony's Fire" and "Cold Gangrene". In this non-febrile affection mostly of the limbs, the muscles were decomposed without bleeding and without pain and thereafter the bones detached. Sooner or later the patients died.The other form, Ergotismus convulsivus, mostly described in the German literature as "Kriebelkrankheit" (Crawly disease), begins with the sensation of running ants upon the limbs and continues with painful contractions of hands and feet. In many cases there is a loss of mind and language. Finally, death occurs.The intake of ergotalcaloids predominantly with products of rye flour and meal but also during processing the harvested rye are discussed as well as the "Carry-over" by meat and milk. It is stressed that the compliance with the legal Austrian and EU regulations for the maximum contents of sclerotia and ergotalcaloids resp. in products for human and animal nourishments only can be guaranteed by continuing the technics of separating the sclerotia and their parts. Der im Zwischenstromland in den Weizenäckern als Unkraut gewachsene Roggen wurde in Europa zur züchtbaren Nutzpflanze und in bestimmten Gegenden zur vorherrschenden Getreidesorte. Mit dem Roggen ist auch sein Parasit, der Mutterkornpilz Claviceps purpurea, nach Europa gekommen. Dieser Schlauchpilz infiziert einzelne Roggenkörner, worauf er das deren Größe übertreffende, die giftigen Ergotalkaloide enthaltende Sklerotium, das Mutterkorn, bildet. Diese Stoffe erzeugen die zwei charakteristischen Krankheitsformen, den Ergotismus gangraenosus und den Ergotismus convulsivus.Das klinische Bild des Ersteren war bereits in der beginnenden Neuzeit und noch ohne Kenntnis der Ursache als „Ignis sacer“, „Antonius-Feuer“ und „Kalter Brand“ bezeichnet worden. Bei dieser fieberfreien Erkrankung meist der Extremitäten zersetzte sich die Muskulatur ohne Blutungen und ohne Schmerzen und bald brachen die muskelfreien Knochen ab. Früher oder später tat der Tod ein. Die frühere Therapie war die Amputation.Der Ergotismus convulsivus, der meist in den deutschen Gebieten als „Kriebelkrankheit“ beschrieben wurde, begann mit dem Gefühl des Ameisenlaufens auf den Gliedern, gefolgt durch das charakteristische Symptom der sehr schmerzhaften Kontrakturen der Hände und Füße. Es kam auch zum Verlust der Sinne und der Sprache und schließlich zum Tod.Die hauptsächliche Aufnahme des Pilzgiftes mit Roggenmehlprodukten, aber auch bei der Gewinnung und Bearbeitung des geernteten Roggens und auch die Frage von „Carry-over“ beim Genuss von tierischen Nahrungsmitteln und Milch werden besprochen. Es wird betont, dass zur Einhaltung der gesetzlichen österreichischen und EU-Höchstwerte an Sklerotien bzw. Ergotalkaloiden in gewissen für die menschliche und die tierische Ernährung bestimmten Getreideprodukten die geschilderten derzeitigen präventiven Maßnahmen vor dem Vermahlen weiterhin notwendig sind.
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Type: Publisher
(ger)
Der im Zwischenstromland in den Weizenäckern als Unkraut gewachsene Roggen wurde in Europa zur züchtbaren Nutzpflanze und in bestimmten Gegenden zur vorherrschenden Getreidesorte. Mit dem Roggen ist auch sein Parasit, der Mutterkornpilz Claviceps purpurea, nach Europa gekommen. Dieser Schlauchpilz infiziert einzelne Roggenkörner, worauf er das deren Größe übertreffende, die giftigen Ergotalkaloide enthaltende Sklerotium, das Mutterkorn, bildet. Diese Stoffe erzeugen die zwei charakteristischen Krankheitsformen, den Ergotismus gangraenosus und den Ergotismus convulsivus.Das klinische Bild des Ersteren war bereits in der beginnenden Neuzeit und noch ohne Kenntnis der Ursache als „Ignis sacer“, „Antonius-Feuer“ und „Kalter Brand“ bezeichnet worden. Bei dieser fieberfreien Erkrankung meist der Extremitäten zersetzte sich die Muskulatur ohne Blutungen und ohne Schmerzen und bald brachen die muskelfreien Knochen ab. Früher oder später tat der Tod ein. Die frühere Therapie war die Amputation.Der Ergotismus convulsivus, der meist in den deutschen Gebieten als „Kriebelkrankheit“ beschrieben wurde, begann mit dem Gefühl des Ameisenlaufens auf den Gliedern, gefolgt durch das charakteristische Symptom der sehr schmerzhaften Kontrakturen der Hände und Füße. Es kam auch zum Verlust der Sinne und der Sprache und schließlich zum Tod.Die hauptsächliche Aufnahme des Pilzgiftes mit Roggenmehlprodukten, aber auch bei der Gewinnung und Bearbeitung des geernteten Roggens und auch die Frage von „Carry-over“ beim Genuss von tierischen Nahrungsmitteln und Milch werden besprochen. Es wird betont, dass zur Einhaltung der gesetzlichen österreichischen und EU-Höchstwerte an Sklerotien bzw. Ergotalkaloiden in gewissen für die menschliche und die tierische Ernährung bestimmten Getreideprodukten die geschilderten derzeitigen präventiven Maßnahmen vor dem Vermahlen weiterhin notwendig sind.
Identifiants
pubmed: 36045264
doi: 10.1007/s10354-022-00960-z
pii: 10.1007/s10354-022-00960-z
pmc: PMC10632199
doi:
Types de publication
English Abstract
Journal Article
Langues
ger
Sous-ensembles de citation
IM
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374-392Informations de copyright
© 2022. The Author(s).
Références
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