[Necessity and Ways to Develop Care Goals for the Health System in Germany - a Position Paper of the DNVF].

Notwendigkeit und Wege zur Entwicklung von Versorgungszielen für das Gesundheitssystem in Deutschland – ein Positionspapier des DNVF.

Journal

Gesundheitswesen (Bundesverband der Arzte des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany))
ISSN: 1439-4421
Titre abrégé: Gesundheitswesen
Pays: Germany
ID NLM: 9204210

Informations de publication

Date de publication:
Oct 2022
Historique:
pubmed: 7 9 2022
medline: 5 10 2022
entrez: 6 9 2022
Statut: ppublish

Résumé

Goals for health and health care are an indispensable basic requirement for a functioning health care system. The dilemma of the German health care system is that it has not been designed in a planned way, but that it has grown historically. In recent years, it has developed through the free play of forces into what it is today. The OECD characterizes the current state as follows: The costs of the German health system do not correspond to the often only average health outcomes for the population. To meet the legal requirements (especially SGB V §§ 12, 27 and 70), health care/the health system in Germany needs concrete goals. An orientation towards health care goals entails measures on all levels of health care: on the macro level (overall system/total population), on the meso level (subdivided according to regions, specific population groups, etc.) as well as on the micro level (patients and health care providers). Based on national and international experiences, this position paper of the DNVF e.V. (German Network for health services research) shows the potential of how operationalised health care targets can ensure effective, affordable and high-quality health care. The coalition agreement of the current government propagates a reorientation with patient-related health care goals. Now it is important to derive concrete and realisable goals from this declaration of intent and to involve all important groups in the process. In addition, values and ethical standards for implementation shall be agreed upon in this process. The Health Ministry (BMG) should facilitate and promote the process of societal will-building for the definition of national health care goals. This requires a clear political will. As a result, the National Health Care Goals are available at the end of the process, which are published and maintained together with evidence-based facts as well as valid and resilient data in a Manual "National Health Care Goals". The operational responsibility for implementation could lie with the newly to be founded Federal Institute of Public Health, as already announced in the agreement of the governing coalition. The DNVF is willing to actively participate in the development of health care targets. Gesundheits- und Versorgungsziele sind eine unverzichtbare Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Gesundheitssystem. Das Dilemma des deutschen Gesundheitssystems ist, dass es nicht planvoll weiter entwickelt wurde, sondern dass es historisch gewachsen ist. In den letzten Jahren hat es sich im freien Spiel der Kräfte zu dem entwickelt, was es heute ist. Den aktuellen Zustand beschreibt die OECD so: Die Kosten des deutschen Gesundheitssystems entsprechen nicht den oft nur durchschnittlichen Gesundheitsergebnissen für die Bevölkerung. Zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen (vor allem SGB V §§ 12, 27 und 70) braucht die Gesundheitsversorgung/das Gesundheitssystem in Deutschland konkrete Ziele. Eine Orientierung an Versorgungszielen zieht Maßnahmen auf allen Ebenen der Versorgung nach sich: auf der Makroebene (Gesamtsystem/gesamte Bevölkerung), auf der Mesoebene (unterteilt nach Regionen, spezifischen Bevölkerungsgruppen etc.) sowie auf der Mikroebene ( Patient:innen und Leistungserbringer) Ausgehend von nationalen und internationalen Erfahrungen zeigt das vorliegende Positionspapier des DNVF e.V. (Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung) das Potenzial, wie operationalisierte Versorgungsziele eine effektive, finanzierbare und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung gewährleisten können. Der Koalitionsvertrag der Ampelregierung propagiert eine Neuausrichtung mit Patient:innen bezogenen Versorgungszielen. Jetzt gilt es, aus dieser Absichtserklärung konkrete und umsetzbare Ziele abzuleiten und dabei alle wesentlichen Gruppen zu beteiligen. Ergänzend werden in diesem Prozess Werte und ethische Normen für die Umsetzung vereinbart. Das BMG (Bundesministerium für Gesundheit) sollte den Prozess der gesellschaftlichen Willensbildung zur Definition von Nationalen Versorgungszielen ermöglichen und fördern. Dazu bedarf es einer klaren politischen Willensbildung. Als Ergebnis liegen am Ende des Prozesses die Nationalen Versorgungsziele vor, die zusammen mit evidenzbasierten Fakten sowie mit validen und belastbaren Daten in einem Handbuch „Nationale Versorgungsziele“ veröffentlicht und gepflegt werden. Die operative Verantwortung für die Umsetzung könnte bei dem neu zu gründenden Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit liegen, wie es bereits im Koalitionsvertrag der Ampelkoalition angekündigt wurde. Das DNVF ist bereit, an der Entwicklung von Versorgungszielen aktiv mitzuwirken.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Gesundheits- und Versorgungsziele sind eine unverzichtbare Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Gesundheitssystem. Das Dilemma des deutschen Gesundheitssystems ist, dass es nicht planvoll weiter entwickelt wurde, sondern dass es historisch gewachsen ist. In den letzten Jahren hat es sich im freien Spiel der Kräfte zu dem entwickelt, was es heute ist. Den aktuellen Zustand beschreibt die OECD so: Die Kosten des deutschen Gesundheitssystems entsprechen nicht den oft nur durchschnittlichen Gesundheitsergebnissen für die Bevölkerung. Zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen (vor allem SGB V §§ 12, 27 und 70) braucht die Gesundheitsversorgung/das Gesundheitssystem in Deutschland konkrete Ziele. Eine Orientierung an Versorgungszielen zieht Maßnahmen auf allen Ebenen der Versorgung nach sich: auf der Makroebene (Gesamtsystem/gesamte Bevölkerung), auf der Mesoebene (unterteilt nach Regionen, spezifischen Bevölkerungsgruppen etc.) sowie auf der Mikroebene ( Patient:innen und Leistungserbringer) Ausgehend von nationalen und internationalen Erfahrungen zeigt das vorliegende Positionspapier des DNVF e.V. (Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung) das Potenzial, wie operationalisierte Versorgungsziele eine effektive, finanzierbare und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung gewährleisten können. Der Koalitionsvertrag der Ampelregierung propagiert eine Neuausrichtung mit Patient:innen bezogenen Versorgungszielen. Jetzt gilt es, aus dieser Absichtserklärung konkrete und umsetzbare Ziele abzuleiten und dabei alle wesentlichen Gruppen zu beteiligen. Ergänzend werden in diesem Prozess Werte und ethische Normen für die Umsetzung vereinbart. Das BMG (Bundesministerium für Gesundheit) sollte den Prozess der gesellschaftlichen Willensbildung zur Definition von Nationalen Versorgungszielen ermöglichen und fördern. Dazu bedarf es einer klaren politischen Willensbildung. Als Ergebnis liegen am Ende des Prozesses die Nationalen Versorgungsziele vor, die zusammen mit evidenzbasierten Fakten sowie mit validen und belastbaren Daten in einem Handbuch „Nationale Versorgungsziele“ veröffentlicht und gepflegt werden. Die operative Verantwortung für die Umsetzung könnte bei dem neu zu gründenden Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit liegen, wie es bereits im Koalitionsvertrag der Ampelkoalition angekündigt wurde. Das DNVF ist bereit, an der Entwicklung von Versorgungszielen aktiv mitzuwirken.

Identifiants

pubmed: 36067778
doi: 10.1055/a-1911-8605
pmc: PMC9525141
doi:

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Journal Article

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ger

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Déclaration de conflit d'intérêts

Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Références

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pubmed: 28681707
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pubmed: 24420647

Auteurs

Edmund Neugebauer (E)

Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB), Theodor Fontane Neuruppin, Germany.

Klaus Piwernetz (K)

Public Health, Medimaxx Health Management GmbH, München, Germany.

Anke Bramesfeld (A)

Hannover Medical School, Medizinische Hochschule Hannover Institut fur Epidemiologie Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Germany.

Stefanie Deckert (S)

Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Dresden, Germany.

Peter Falkai (P)

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikum der Universität München, Munchen, Germany.

Lars Gabrys (L)

Gesundheitssport und Prävention, ESAB Fachhochschule für Sport und Management Potsdam, Potsdam, Germany.

Alfons Hollederer (A)

Fachbereich 01 Humanwissenschaften, Universität Kassel, Kassel, Germany.

Steffi G Riedel-Heller (SG)

Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Universität Leipzig, Leipzig, Germany.

Andrea Schaller (A)

Institut für Bewegungstherapie un bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation, Deutsche Sporthochschule Köln, Köln, Germany.

Madlen Scheibe (M)

Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Germany.

Thomas Bierbaum (T)

Geschäftsstelle, Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung, Berlin, Germany.

Jochen Schmitt (J)

Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Dresden, Germany.

Karsten E Dreinhöfer (KE)

Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC), Charité Universitätsmedizin Berlin und Medical Park Berlin Humboldtmühle.

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