Sensorische Auffälligkeiten bei Autismus-Spektrum-Störung: Validierung und Adaptation des englischsprachigen „Sensory Perception Quotient“ (SPQ) von Tavassoli und Kollegen.

Journal

Fortschritte der Neurologie-Psychiatrie
ISSN: 1439-3522
Titre abrégé: Fortschr Neurol Psychiatr
Pays: Germany
ID NLM: 8103137

Informations de publication

Date de publication:
07 Sep 2022
Historique:
entrez: 7 9 2022
pubmed: 8 9 2022
medline: 8 9 2022
Statut: aheadofprint

Résumé

Although the DSM-5 has emphasised the relevance of sensory abnormalities in autism spectrum disorders (ASD), there are hardly any measures to assess them in German speaking countries. The present study translated the "Sensory Perception Questionnaire" (SPQ) by Tavassoli et al. (2014) to German and validated this scale. The SPQ is a self-rating scale for adults which focuses on perceptual aspects rather than cognitive or motivational antecedents or consequences of such perceptual processes. A total of 188 subjects participated in this study, including n=85 participants with ASD and n=103 neurotypical controls. The autism spectrum quotient (AQ) and the empathy quotient (EQ) were also administered, the IQ was measured using the CFT20-R, and participants were clinically evaluated using the SKID-I. Alternative items were generated to improve the semantic and psychometric properties of the SPQ. Of the 92 original SPQ items, 33 separated the clinical groups significantly and linguistically clearly in the sense of sensory hyper-sensitivity. These items covered primarily the sensory modalities of hearing, touch and vision. Increased sensory hyper-sensitivity was associated with greater scores in the AQ and increased slightly with increasing age. Sensory hyper-sensitivity in participants with ASD was, however, not significantly correlated with the EQ and the IQ. Due to the item-analytical rather than dimensional item selection, the short versions presented here exhibit a clearly better group separation with comparable concurrent validities when compared to Tavassoli's short version of the scale. Pending replication and proper norming, the SPQ short version presented here can be employed for screening purposes and supplement the clinical diagnostic process. Zwar wurde mit dem DSM-5 wurde die Bedeutung von sensorischen Auffälligkeiten bei Autismus-Spektrum-Störung (ASS) aufgewertet, doch gibt es im deutschsprachigen Raum kaum validierte Verfahren zu ihrer Erfassung. In dieser Studie wurde der „Sensory Perception Questionnaire“ (SPQ) von Tavassoli et al. (2014) ins Deutsche übersetzt und validiert. Der SPQ ist ein Selbsteinschätzungsverfahren für Erwachsene, das perzeptuelle Aspekte fokussiert und weniger kognitive oder motivationale Antezedenzien oder Konsequenzen solcher Wahrnehmungsprozesse. An der Studie nahmen n=188 Probanden teil, davon n=85 Probanden mit Autismus-Spektrum-Störung und n=103 neurotypische Kontrollprobanden. Zudem wurden der Autismus-Spektum-Quotient (AQ) und der Empathie-Quotient (EQ) vorgegeben, der IQ mittels des CFT20-R gemessen und die Probanden mittels SKID-I klinisch eingeschätzt. Zudem wurden Alternativitems generiert zur Verbesserung der semantischen und psychometrischen Eigenschaften des SPQ. Von den 92 Originalitems des SPQ trennten insgesamt 33 Items die Gruppen signifikant und sprachlich klar im Sinne sensorischer Hypersensitivität. Diese Items betreffen überwiegend die Modalitäten Hören, Fühlen und Sehen. Sensorische Hypersensitivität ging zudem mit höheren Ausprägungen im AQ einher und nahm mit dem Alter etwas zu. Sensorische Hypersensitivität war bei der ASS-Gruppe jedoch nicht signifikant korreliert mit dem EQ und dem IQ. Aufgrund der item-analytischen statt dimensions-analytischen Auswahl von Items erreichen unsere Kurzformen eine gegenüber der Übersetzung von Tavassolis Kurzversion klar überlegene Trennung der Gruppen bei vergleichbaren konkurrenten Validitätskriterien. Unsere SPQ-Kurzform kann daher vorbehaltlich einer Replikation und Normierung zum Screening und zur Ergänzung der klinischen Diagnostik eingesetzt werden.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Zwar wurde mit dem DSM-5 wurde die Bedeutung von sensorischen Auffälligkeiten bei Autismus-Spektrum-Störung (ASS) aufgewertet, doch gibt es im deutschsprachigen Raum kaum validierte Verfahren zu ihrer Erfassung. In dieser Studie wurde der „Sensory Perception Questionnaire“ (SPQ) von Tavassoli et al. (2014) ins Deutsche übersetzt und validiert. Der SPQ ist ein Selbsteinschätzungsverfahren für Erwachsene, das perzeptuelle Aspekte fokussiert und weniger kognitive oder motivationale Antezedenzien oder Konsequenzen solcher Wahrnehmungsprozesse. An der Studie nahmen n=188 Probanden teil, davon n=85 Probanden mit Autismus-Spektrum-Störung und n=103 neurotypische Kontrollprobanden. Zudem wurden der Autismus-Spektum-Quotient (AQ) und der Empathie-Quotient (EQ) vorgegeben, der IQ mittels des CFT20-R gemessen und die Probanden mittels SKID-I klinisch eingeschätzt. Zudem wurden Alternativitems generiert zur Verbesserung der semantischen und psychometrischen Eigenschaften des SPQ. Von den 92 Originalitems des SPQ trennten insgesamt 33 Items die Gruppen signifikant und sprachlich klar im Sinne sensorischer Hypersensitivität. Diese Items betreffen überwiegend die Modalitäten Hören, Fühlen und Sehen. Sensorische Hypersensitivität ging zudem mit höheren Ausprägungen im AQ einher und nahm mit dem Alter etwas zu. Sensorische Hypersensitivität war bei der ASS-Gruppe jedoch nicht signifikant korreliert mit dem EQ und dem IQ. Aufgrund der item-analytischen statt dimensions-analytischen Auswahl von Items erreichen unsere Kurzformen eine gegenüber der Übersetzung von Tavassolis Kurzversion klar überlegene Trennung der Gruppen bei vergleichbaren konkurrenten Validitätskriterien. Unsere SPQ-Kurzform kann daher vorbehaltlich einer Replikation und Normierung zum Screening und zur Ergänzung der klinischen Diagnostik eingesetzt werden.

Identifiants

pubmed: 36070771
doi: 10.1055/a-1839-6095
doi:

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English Abstract Journal Article

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ger

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TA Jarczok: Unterstützung für wissenschaftliche Symposien von Takeda und Medice, Vortragshonorare von SCOR; Die anderen Autorinnen/Autoren geben an, dass keine Interessenkonflikte bestehen.

Auteurs

Christoph Klein (C)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Freiburg.
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Köln.
Abteilung für Psychiatrie 2, Nationale Universität Athen.

Teresa Miczuga (T)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Freiburg.

Hannah Röring (H)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Freiburg.

Marie Kost (M)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Freiburg.

Nico Bast (N)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Frankfurt.

U Thiemann (U)

Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, LVR-Klinik Bonn.

TomaszA Jarczok (T)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Frankfurt.

C Fleischhaker (C)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Freiburg.

Ludger Tebartz van Elst (L)

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Freiburg.

Andreas Riedel (A)

Luzerner Psychiatrie, Ambulante Dienste, Luzern, Schweiz.

Monica Biscaldi (M)

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Freiburg.

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