[Context of the emigration of Jewish neurologists (1933-1939)].
Rahmenbedingungen der Emigration jüdischer Neurologinnen und Neurologen (1933–1939).
Forced migration
Jewish physicians
Medicine in National Socialism
Neurology, history
World War II
Journal
Der Nervenarzt
ISSN: 1433-0407
Titre abrégé: Nervenarzt
Pays: Germany
ID NLM: 0400773
Informations de publication
Date de publication:
Oct 2022
Oct 2022
Historique:
accepted:
05
05
2022
entrez:
5
10
2022
pubmed:
6
10
2022
medline:
12
10
2022
Statut:
ppublish
Résumé
This article focuses on the historical context of the emigration of "Jewish" doctors during the "Third Reich". The approximately 9000 Jewish physicians, who were still able to emigrate, represented 17% of the German medical profession in 1933. Around three quarters of them left the German Reich by 1939, mainly for the USA, Palestine and Great Britain. Initially, Jewish organizations fueled hopes of a temporary exile; however, in the wake of the events of 1938 ("Anschluss" of Austria, failure of the Evian Conference, establishment of the Central Office for Jewish Emigration headed by Adolf Eichmann in Vienna, maximization of economic plundering etc.) emigration via the intermediate step of forced emigration had turned into a life-saving flight. Scientists could appeal to special aid organizations for support. Among the best known are the Emergency Community of German Scientists Abroad initiated in Zurich, the Academic Assistance Council founded in England, from which originated the Society for the Protection of Science and Learning as well as the Emergency Committee in Aid of Displaced German Scholars created in New York. Their help was often subject to criteria, such as publication performance, scientific reputation and age. Promising researchers who were awarded a scholarship before 1933 could rely on a commitment from the Rockefeller Foundation. The historical analysis of options and motivations but also of restrictions and impediments affecting the decision-making process to emigrate, provides the basis for a retrospective approach to individual hardships and fates. Der Aufsatz fokussiert auf den historischen Kontext der Emigration „jüdischer“ Ärztinnen und Ärzte während des „Dritten Reichs“. Die etwa 9000 jüdischen Mediziner/-innen, die noch emigrieren konnten, repräsentierten 1933 rund 17 % der deutschen Ärzteschaft. Rund drei Viertel von ihnen verließen das Deutsche Reich bis 1939, vorwiegend in Richtung USA, Palästina und Großbritannien. Zunächst schürten auch jüdische Organisationen die Hoffnung auf ein temporäres Exil. Spätestens mit den Ereignissen des Jahres 1938 („Anschluss“ Österreichs, Scheitern der Konferenz von Evian, Gründung der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ in Wien unter Leitung von Adolf Eichmann, Maximierung der wirtschaftlichen Ausplünderung u. v. a. m.) hatte sich die „Auswanderung“ über die Zwischenstufe der „forcierten Emigration“ jedoch zur lebensrettenden „Flucht“ gewandelt. Dabei konnten Wissenschaftler die Unterstützung spezieller Hilfsorganisationen in Anspruch nehmen. Zu den bekanntesten gehören die in Zürich initiierte „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“, das in England gegründete „Academic Assistance Council“, aus der die „Society for the Protection of Science and Learning“ hervorging, sowie das in New York entstandene „Emergency Committee in Aid of Displaced German Scholars“. Oft war deren Hilfe von Kriterien wie Publikationsleistung, wissenschaftlichem Rang und Alter abhängig. Bereits vor 1933 geförderte vielversprechende Forscher durften auf ein gewisses Engagement der Rockefeller Foundation rechnen. Die historische Analyse von Optionen und fördernden Faktoren, aber auch von Restriktionen und hemmenden Einflüssen bei der Entscheidung zur Emigration bildet die Basis für retrospektive Annäherungen an individuelle Ausnahmesituationen und Einzelschicksale.
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Type: Publisher
(ger)
Der Aufsatz fokussiert auf den historischen Kontext der Emigration „jüdischer“ Ärztinnen und Ärzte während des „Dritten Reichs“. Die etwa 9000 jüdischen Mediziner/-innen, die noch emigrieren konnten, repräsentierten 1933 rund 17 % der deutschen Ärzteschaft. Rund drei Viertel von ihnen verließen das Deutsche Reich bis 1939, vorwiegend in Richtung USA, Palästina und Großbritannien. Zunächst schürten auch jüdische Organisationen die Hoffnung auf ein temporäres Exil. Spätestens mit den Ereignissen des Jahres 1938 („Anschluss“ Österreichs, Scheitern der Konferenz von Evian, Gründung der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ in Wien unter Leitung von Adolf Eichmann, Maximierung der wirtschaftlichen Ausplünderung u. v. a. m.) hatte sich die „Auswanderung“ über die Zwischenstufe der „forcierten Emigration“ jedoch zur lebensrettenden „Flucht“ gewandelt. Dabei konnten Wissenschaftler die Unterstützung spezieller Hilfsorganisationen in Anspruch nehmen. Zu den bekanntesten gehören die in Zürich initiierte „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“, das in England gegründete „Academic Assistance Council“, aus der die „Society for the Protection of Science and Learning“ hervorging, sowie das in New York entstandene „Emergency Committee in Aid of Displaced German Scholars“. Oft war deren Hilfe von Kriterien wie Publikationsleistung, wissenschaftlichem Rang und Alter abhängig. Bereits vor 1933 geförderte vielversprechende Forscher durften auf ein gewisses Engagement der Rockefeller Foundation rechnen. Die historische Analyse von Optionen und fördernden Faktoren, aber auch von Restriktionen und hemmenden Einflüssen bei der Entscheidung zur Emigration bildet die Basis für retrospektive Annäherungen an individuelle Ausnahmesituationen und Einzelschicksale.
Identifiants
pubmed: 36197474
doi: 10.1007/s00115-022-01311-4
pii: 10.1007/s00115-022-01311-4
doi:
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Historical Article
Journal Article
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ger
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