[Pain in the world of the Old Testament : Linguistic images, cultural concepts, literary conceptions].

Schmerz in der Welt des Alten Testaments : Sprachliche Bilder, kulturelle Kontexte, literarische Konzeptionen.
Body and soul Collective pain Culture and society Individual pain Pain as metaphor

Journal

Schmerz (Berlin, Germany)
ISSN: 1432-2129
Titre abrégé: Schmerz
Pays: Germany
ID NLM: 8906258

Informations de publication

Date de publication:
Apr 2023
Historique:
accepted: 16 09 2022
medline: 17 4 2023
pubmed: 25 10 2022
entrez: 24 10 2022
Statut: ppublish

Résumé

For a long time, biblical views of pain were used to relieve and legitimize suffering. Nowadays, however, pain is seen as an evil to be fought. Despite this difference, it is worth researching the variety of images of pain in the Old Testament in order to include them in current debates. 1) To reveal pain as a complex experience of physical, spiritual and social aspects in the Old Testament texts and 2) to search for correspondences and differences between biblical and contemporary approaches to pain. A phenomenology of pain in the times of ancient Israel is based on analysis of the Old Testament texts in the original Hebrew language. Even if native speakers are no longer available for comparison, the written language expresses an authentic attitude towards pain. In the Bible there are neither clear terms nor theoretical treatises on pain but linguistically coded patterns of processing complex painful experiences. Because, according to the biblical body image, feelings do not exist in human beings, pain is often experienced as an alien destructive force. Images of pain developed with a view to the individual are used as metaphors for collective situations of suffering that last over a long period of time. Social and political upheavals played a crucial role in the development of Old Testament images of pain. That is why the ultimate cause of pain is only partially attributed to the divine, but more to human violence structures. The texts focus their hope on God as a deliverer from distress because he allows himself to be affected by pain. HINTERGRUND: Biblische Sichtweisen zum Schmerz wurden lange Zeit für die Entlastung und Legitimation von Leid rezipiert. Heutzutage gilt dagegen Schmerz als ein zu bekämpfendes Übel. Trotz dieser Differenz lohnt es sich, die Vielfalt der alttestamentlichen Schmerzbilder zu erforschen, um sie in aktuelle Debatten einzubringen. 1. Schmerz als ein komplexes Erleben aus leiblichen, spirituellen und sozialen Aspekten in den alttestamentlichen Texten aufdecken und 2. nach Entsprechungen und Differenzen zwischen biblischen und gegenwärtigen Umgangsweisen mit Schmerz suchen. Eine Phänomenologie des Schmerzes zur Zeit des alten Israels stützt sich auf die Analyse der alttestamentlichen Texte in der hebräischen Originalsprache. Auch wenn keine „native speaker“ mehr für einen Abgleich zur Verfügung stehen, drückt sich in der geschriebenen Sprache ein authentisches Verhalten zum Schmerz aus. In der Bibel gibt es weder eindeutige Begriffe noch theoretische Abhandlungen über Schmerz, sondern sprachlich codierte Verarbeitungsmuster komplexer Leiderfahrungen. Da gemäß dem biblischen Körperbild Gefühle nicht im Menschen existieren, wird Schmerz oft als eine fremde, zerstörerische Macht erfahren. Im Blick auf das Individuum entwickelte Schmerzbilder werden als Metaphern für kollektive, über längere Zeit hinweg andauernde Notsituationen genutzt. Soziale und politische Erschütterungen spielten bei der Entwicklung von Schmerzbildern im Alten Testament eine zentrale Rolle. Darum wird die Letztursache von Schmerz nur bedingt auf das Göttliche, vielmehr auf menschliche Gewaltstrukturen zurückgeführt. Die Texte konzentrieren ihre Hoffnung auf Gott als einen Befreier aus Notlagen, weil er sich vom Schmerz affizieren lässt.

Sections du résumé

BACKGROUND BACKGROUND
For a long time, biblical views of pain were used to relieve and legitimize suffering. Nowadays, however, pain is seen as an evil to be fought. Despite this difference, it is worth researching the variety of images of pain in the Old Testament in order to include them in current debates.
OBJECTIVES OBJECTIVE
1) To reveal pain as a complex experience of physical, spiritual and social aspects in the Old Testament texts and 2) to search for correspondences and differences between biblical and contemporary approaches to pain.
METHODS METHODS
A phenomenology of pain in the times of ancient Israel is based on analysis of the Old Testament texts in the original Hebrew language. Even if native speakers are no longer available for comparison, the written language expresses an authentic attitude towards pain.
RESULTS RESULTS
In the Bible there are neither clear terms nor theoretical treatises on pain but linguistically coded patterns of processing complex painful experiences. Because, according to the biblical body image, feelings do not exist in human beings, pain is often experienced as an alien destructive force. Images of pain developed with a view to the individual are used as metaphors for collective situations of suffering that last over a long period of time.
CONCLUSION CONCLUSIONS
Social and political upheavals played a crucial role in the development of Old Testament images of pain. That is why the ultimate cause of pain is only partially attributed to the divine, but more to human violence structures. The texts focus their hope on God as a deliverer from distress because he allows himself to be affected by pain.
ZUSAMMENFASSUNG UNASSIGNED
HINTERGRUND: Biblische Sichtweisen zum Schmerz wurden lange Zeit für die Entlastung und Legitimation von Leid rezipiert. Heutzutage gilt dagegen Schmerz als ein zu bekämpfendes Übel. Trotz dieser Differenz lohnt es sich, die Vielfalt der alttestamentlichen Schmerzbilder zu erforschen, um sie in aktuelle Debatten einzubringen.
ZIELE UNASSIGNED
1. Schmerz als ein komplexes Erleben aus leiblichen, spirituellen und sozialen Aspekten in den alttestamentlichen Texten aufdecken und 2. nach Entsprechungen und Differenzen zwischen biblischen und gegenwärtigen Umgangsweisen mit Schmerz suchen.
METHODEN METHODS
Eine Phänomenologie des Schmerzes zur Zeit des alten Israels stützt sich auf die Analyse der alttestamentlichen Texte in der hebräischen Originalsprache. Auch wenn keine „native speaker“ mehr für einen Abgleich zur Verfügung stehen, drückt sich in der geschriebenen Sprache ein authentisches Verhalten zum Schmerz aus.
ERGEBNISSE UNASSIGNED
In der Bibel gibt es weder eindeutige Begriffe noch theoretische Abhandlungen über Schmerz, sondern sprachlich codierte Verarbeitungsmuster komplexer Leiderfahrungen. Da gemäß dem biblischen Körperbild Gefühle nicht im Menschen existieren, wird Schmerz oft als eine fremde, zerstörerische Macht erfahren. Im Blick auf das Individuum entwickelte Schmerzbilder werden als Metaphern für kollektive, über längere Zeit hinweg andauernde Notsituationen genutzt.
SCHLUSSFOLGERUNG UNASSIGNED
Soziale und politische Erschütterungen spielten bei der Entwicklung von Schmerzbildern im Alten Testament eine zentrale Rolle. Darum wird die Letztursache von Schmerz nur bedingt auf das Göttliche, vielmehr auf menschliche Gewaltstrukturen zurückgeführt. Die Texte konzentrieren ihre Hoffnung auf Gott als einen Befreier aus Notlagen, weil er sich vom Schmerz affizieren lässt.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
HINTERGRUND: Biblische Sichtweisen zum Schmerz wurden lange Zeit für die Entlastung und Legitimation von Leid rezipiert. Heutzutage gilt dagegen Schmerz als ein zu bekämpfendes Übel. Trotz dieser Differenz lohnt es sich, die Vielfalt der alttestamentlichen Schmerzbilder zu erforschen, um sie in aktuelle Debatten einzubringen.

Identifiants

pubmed: 36280610
doi: 10.1007/s00482-022-00674-6
pii: 10.1007/s00482-022-00674-6
doi:

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Références

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Auteurs

Dirk Sager (D)

Theologische Hochschule Elstal, Johann-Gerhard-Oncken-Str. 7, 14641, Wustermark (OT Elstal), Deutschland. dirk.sager@th-elstal.de.

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