[Pandemic Management in the Context of Everyday Care and the need for Good Care: Results and Recommendations for Action from the Coronacare Workshops].
Pandemie-Management unter Berücksichtigung des Pflegealltags und dem Bedürfnis nach guter Pflege. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus den CoronaCare-Workshops.
Journal
Gesundheitswesen (Bundesverband der Arzte des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany))
ISSN: 1439-4421
Titre abrégé: Gesundheitswesen
Pays: Germany
ID NLM: 9204210
Informations de publication
Date de publication:
Jan 2023
Jan 2023
Historique:
pubmed:
29
10
2022
medline:
19
1
2023
entrez:
28
10
2022
Statut:
ppublish
Résumé
The Covid-19 pandemic, officially declared in March 2020 by the WHO, poses major challenges to public, private, and occupational life. CoronaCare is an ethnographic research project that investigates the everyday life of people during the Covid-19 pandemic in Germany with a particular focus on social health. The aim of the project was to develop recommendations for pandemic preparedness planning focusing on expanding social health care. Through a series of workshops conducted between June and November 2021 with stakeholders from the fields of science, health and social administration drawn from both local and state levels, care institutions and social associations, the research team developed specific recommendations for pandemic preparedness and response on the basis of empirically substantiated vignettes demonstrating key tensions in caring practices. These tensions illustrate that pandemic management must be understood as a so-called wicked problem in which there are only relational rather than clear-cut, ultimate solutions. As such, the recommendations developed in the workshops point to the imperative to 1. recognize the irresolvable tension between measures to contain the pandemic in planning pandemic management and the human desire to care and be cared for; 2. understand and manage pandemics at the community level; 3. aim for close collaboration between actors at the local health, social, and family level; and 4. create spaces for ethical reflection on good care during a pandemic and develop context-specific strategies for action. For pandemic preparedness and management as a 'wicked problem', this means that measures should be disseminated as recommendations rather than regulations in order to have some leeway that enables care to be tailored to individual needs. They should be accompanied by stable guidance for action as well as regular training for staff. The workshop formats can be understood as an example of multidimensional knowledge transfer in a socially challenging situation. Die Covid-19 Pandemie stellt das öffentliche, private und berufliche Leben vor große Herausforderungen. Das ethnografische Forschungsprojekt CoronaCare untersucht das alltägliche Leben von Menschen während der Covid-19 Pandemie in Deutschland mit Fokus auf die soziale Gesundheit und Sorgebeziehungen. Ziel war es, aus den Ergebnissen Empfehlungen für künftige Pandemieplanungen zu entwickeln, um deren Fokus um soziale Gesundheit zu erweitern. Gemeinsam mit Akteur*innen aus den Bereichen Wissenschaft, Gesundheits- und Sozialverwaltung auf lokaler und Länderebene, aus Pflegeeinrichtungen sowie Sozialverbänden wurden auf Basis empirisch begründeter Fallvignetten im Rahmen von drei Workshops zwischen Juni und November 2021 Handlungsempfehlungen für die Pandemieplanung formuliert, welche die Spannungsverhältnisse adressieren, denen Pflegekräfte während der Pandemie ausgesetzt sind. Die herausgearbeiteten Spannungsverhältnisse betreffen sowohl den Berufs- und Arbeitsethos als auch das private und berufliche Handeln der Arbeitskräfte und verweisen darauf, dass es sich bei Pandemieplanung um ein sogenanntes wicked problem handelt, bei dem es nur relationale, aber keine eindeutigen Lösungen geben kann. Daraus ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen: 1. das grundsätzliche Spannungsverhältnis zwischen dem menschlichen Bedürfnis zu sorgen und zu versorgen und den Eindämmungsmaßnahmen der Pandemieplanung benennen und anerkennen; 2. die Pandemie lokal verstehen und gestalten; 3. eine enge Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zwischen Gesundheits-, Sozial-, Familienpolitik und Verwaltung gestalten; und 4. individuelle Gestaltungsfreiräume schaffen, um ethische Reflexionen des pflegerischen Handelns zu eröffnen. Für eine Pandemieplanung verstanden als wicked problem bedeutet das, dass Maßnahmen als Empfehlungen, nicht als festgelegte Regeln, ausgesprochen werden sollten, um Handlungsspielräume für eine am Individuum angepasste gute Versorgung zu ermöglichen. Politisch sollten diese flankiert werden mit eindeutig formulierten, stabilen Handlungsanleitungen („Handlungsplanken“). Unterstützt sollten diese durch regelmäßige Schulungen von Mitarbeiter*innen, um Prinzipien von Schutzmaßnahmen und Ziele der Pandemieplanung zu verstehen und damit Handlungsspielräume und eigene Abwägungsprozesse zu ermöglichen. Die entwickelten Workshop-Formate können als Form des multidimensionalen Wissenstransfers in einer gesellschaftlich herausfordernden Situation Berücksichtigung finden.
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Type: Publisher
(ger)
Die Covid-19 Pandemie stellt das öffentliche, private und berufliche Leben vor große Herausforderungen. Das ethnografische Forschungsprojekt CoronaCare untersucht das alltägliche Leben von Menschen während der Covid-19 Pandemie in Deutschland mit Fokus auf die soziale Gesundheit und Sorgebeziehungen. Ziel war es, aus den Ergebnissen Empfehlungen für künftige Pandemieplanungen zu entwickeln, um deren Fokus um soziale Gesundheit zu erweitern. Gemeinsam mit Akteur*innen aus den Bereichen Wissenschaft, Gesundheits- und Sozialverwaltung auf lokaler und Länderebene, aus Pflegeeinrichtungen sowie Sozialverbänden wurden auf Basis empirisch begründeter Fallvignetten im Rahmen von drei Workshops zwischen Juni und November 2021 Handlungsempfehlungen für die Pandemieplanung formuliert, welche die Spannungsverhältnisse adressieren, denen Pflegekräfte während der Pandemie ausgesetzt sind. Die herausgearbeiteten Spannungsverhältnisse betreffen sowohl den Berufs- und Arbeitsethos als auch das private und berufliche Handeln der Arbeitskräfte und verweisen darauf, dass es sich bei Pandemieplanung um ein sogenanntes wicked problem handelt, bei dem es nur relationale, aber keine eindeutigen Lösungen geben kann. Daraus ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen: 1. das grundsätzliche Spannungsverhältnis zwischen dem menschlichen Bedürfnis zu sorgen und zu versorgen und den Eindämmungsmaßnahmen der Pandemieplanung benennen und anerkennen; 2. die Pandemie lokal verstehen und gestalten; 3. eine enge Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zwischen Gesundheits-, Sozial-, Familienpolitik und Verwaltung gestalten; und 4. individuelle Gestaltungsfreiräume schaffen, um ethische Reflexionen des pflegerischen Handelns zu eröffnen. Für eine Pandemieplanung verstanden als wicked problem bedeutet das, dass Maßnahmen als Empfehlungen, nicht als festgelegte Regeln, ausgesprochen werden sollten, um Handlungsspielräume für eine am Individuum angepasste gute Versorgung zu ermöglichen. Politisch sollten diese flankiert werden mit eindeutig formulierten, stabilen Handlungsanleitungen („Handlungsplanken“). Unterstützt sollten diese durch regelmäßige Schulungen von Mitarbeiter*innen, um Prinzipien von Schutzmaßnahmen und Ziele der Pandemieplanung zu verstehen und damit Handlungsspielräume und eigene Abwägungsprozesse zu ermöglichen. Die entwickelten Workshop-Formate können als Form des multidimensionalen Wissenstransfers in einer gesellschaftlich herausfordernden Situation Berücksichtigung finden.
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