[The economic importance of individual health services (IGeL) in ophthalmology over time: survey results from 2010 and 2020].

Die wirtschaftliche Bedeutung von Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) in der Augenheilkunde über die Zeit: Umfrageergebnisse aus 2010 und 2020.

Journal

Die Ophthalmologie
ISSN: 2731-7218
Titre abrégé: Ophthalmologie
Pays: Germany
ID NLM: 9918402288106676

Informations de publication

Date de publication:
Apr 2023
Historique:
received: 10 07 2022
accepted: 27 09 2022
revised: 13 09 2022
medline: 1 5 2023
pubmed: 5 11 2022
entrez: 4 11 2022
Statut: ppublish

Résumé

Individual health services (IGeL) enable patients to receive medical services not covered by social health care; however, there is no central data collection on IGeL in Germany. This study illustrates the spectrum of IGeL provided in the field of ophthalmology as an example of the importance of IGeL in Germany based on survey results. Nationwide, 10% of ophthalmologists in private practice were randomly selected in this anonymous survey in 2010 and 2020 while in 2020 in addition to the randomized 10% of ophthalmologists the same ophthalmologists from 2010 were contacted. By means of a written questionnaire, ophthalmologists were asked about their practice structure, total revenue from IGeL as well as the frequency and price of specific IGeL. Income from IGeL was estimated at an average of 21% of the regular service volume in 2010 and 23% in 2020. Glaucoma IGeL and medical report IGeL were offered by almost all ophthalmologists and glaucoma screening being performed most frequently with an average frequency of over 150 examinations/month. IGeL, such as HRT IGeL were offered by significantly fewer ophthalmologists in 2020 than in 2010, while IGeL based on other technological procedures such as glaucoma OCT were offered more frequently in 2020. The volume of IGeL provided in established ophthalmological practices was stable between 2010 and 2020. The range of services offered in 2020 compared to 2010 reflects a dynamic change associated with the entry of new technologies into routine care. HINTERGRUND: Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) ermöglichen die Versorgung von Patienten mit medizinischen Leistungen außerhalb des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine zentrale Datenerhebung zu erbrachten IGeL in der medizinischen Versorgung existiert jedoch nicht. Ziel dieser Arbeit war es, das Spektrum und den Umfang erbrachter IGeL in der Augenheilkunde beispielhaft für die Bedeutung von IGeL in Deutschland basierend auf Umfrageergebnissen abzubilden. Bundesweit wurden 2010 und 2020 randomisiert 10 % der niedergelassenen Augenärzte mittels eines anonymisierten Fragebogens schriftlich kontaktiert, wobei in 2020 zusätzlich noch dieselben Augenärzte aus 2010 angeschrieben wurden. Der Fragebogen erhob Daten zu Praxisstruktur, Gesamteinnahmen durch IGeL pro Praxis sowie Häufigkeit und Preis spezifischer IGeL. Einnahmen aus IGeL pro Praxis wurden 2010 durchschnittlich auf 21 % und 2020 auf 23 % des Regelleistungsvolumens geschätzt. Glaukom- und Gutachten-IGeL wurden von fast allen Augenärzten angeboten, wobei das Glaukomscreening mit einer durchschnittlichen Frequenz von über 150 Untersuchungen/Monat am häufigsten durchgeführt wurde. Einzelne IGeL, wie z. B. der HRT-IGeL, wurden 2020 von deutlich weniger Augenärzten angeboten als 2010, während IGeL, basierend auf anderen technologischen Verfahren wie das Glaukom-OCT, 2020 vermehrt angeboten wurden. Der Umfang erbrachter IGeL in niedergelassenen Augenarztpraxen war zwischen 2010 und 2020 stabil. Das Spektrum angebotener Leistungen 2020 im Vergleich zu 2010 spiegelt einen dynamischen Wandel mit der Durchsetzung neuer Technologien in der Routineversorgung wider.

Sections du résumé

BACKGROUND BACKGROUND
Individual health services (IGeL) enable patients to receive medical services not covered by social health care; however, there is no central data collection on IGeL in Germany.
OBJECTIVE OBJECTIVE
This study illustrates the spectrum of IGeL provided in the field of ophthalmology as an example of the importance of IGeL in Germany based on survey results.
MATERIAL AND METHODS METHODS
Nationwide, 10% of ophthalmologists in private practice were randomly selected in this anonymous survey in 2010 and 2020 while in 2020 in addition to the randomized 10% of ophthalmologists the same ophthalmologists from 2010 were contacted. By means of a written questionnaire, ophthalmologists were asked about their practice structure, total revenue from IGeL as well as the frequency and price of specific IGeL.
RESULTS RESULTS
Income from IGeL was estimated at an average of 21% of the regular service volume in 2010 and 23% in 2020. Glaucoma IGeL and medical report IGeL were offered by almost all ophthalmologists and glaucoma screening being performed most frequently with an average frequency of over 150 examinations/month. IGeL, such as HRT IGeL were offered by significantly fewer ophthalmologists in 2020 than in 2010, while IGeL based on other technological procedures such as glaucoma OCT were offered more frequently in 2020.
CONCLUSION CONCLUSIONS
The volume of IGeL provided in established ophthalmological practices was stable between 2010 and 2020. The range of services offered in 2020 compared to 2010 reflects a dynamic change associated with the entry of new technologies into routine care.
ZUSAMMENFASSUNG UNASSIGNED
HINTERGRUND: Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) ermöglichen die Versorgung von Patienten mit medizinischen Leistungen außerhalb des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine zentrale Datenerhebung zu erbrachten IGeL in der medizinischen Versorgung existiert jedoch nicht.
FRAGESTELLUNG UNASSIGNED
Ziel dieser Arbeit war es, das Spektrum und den Umfang erbrachter IGeL in der Augenheilkunde beispielhaft für die Bedeutung von IGeL in Deutschland basierend auf Umfrageergebnissen abzubilden.
MATERIAL UND METHODEN METHODS
Bundesweit wurden 2010 und 2020 randomisiert 10 % der niedergelassenen Augenärzte mittels eines anonymisierten Fragebogens schriftlich kontaktiert, wobei in 2020 zusätzlich noch dieselben Augenärzte aus 2010 angeschrieben wurden. Der Fragebogen erhob Daten zu Praxisstruktur, Gesamteinnahmen durch IGeL pro Praxis sowie Häufigkeit und Preis spezifischer IGeL.
ERGEBNISSE UNASSIGNED
Einnahmen aus IGeL pro Praxis wurden 2010 durchschnittlich auf 21 % und 2020 auf 23 % des Regelleistungsvolumens geschätzt. Glaukom- und Gutachten-IGeL wurden von fast allen Augenärzten angeboten, wobei das Glaukomscreening mit einer durchschnittlichen Frequenz von über 150 Untersuchungen/Monat am häufigsten durchgeführt wurde. Einzelne IGeL, wie z. B. der HRT-IGeL, wurden 2020 von deutlich weniger Augenärzten angeboten als 2010, während IGeL, basierend auf anderen technologischen Verfahren wie das Glaukom-OCT, 2020 vermehrt angeboten wurden.
DISKUSSION CONCLUSIONS
Der Umfang erbrachter IGeL in niedergelassenen Augenarztpraxen war zwischen 2010 und 2020 stabil. Das Spektrum angebotener Leistungen 2020 im Vergleich zu 2010 spiegelt einen dynamischen Wandel mit der Durchsetzung neuer Technologien in der Routineversorgung wider.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
HINTERGRUND: Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) ermöglichen die Versorgung von Patienten mit medizinischen Leistungen außerhalb des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine zentrale Datenerhebung zu erbrachten IGeL in der medizinischen Versorgung existiert jedoch nicht.

Identifiants

pubmed: 36331599
doi: 10.1007/s00347-022-01743-y
pii: 10.1007/s00347-022-01743-y
doi:

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English Abstract Journal Article

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Auteurs

Paula Liang (P)

Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Killianstr. 5, 79106, Freiburg, Deutschland.

Katrin Wacker (K)

Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Killianstr. 5, 79106, Freiburg, Deutschland.

Günther Schlunck (G)

Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Killianstr. 5, 79106, Freiburg, Deutschland.

Hansjürgen Agostini (H)

Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Killianstr. 5, 79106, Freiburg, Deutschland.

Bernd Raffelhüschen (B)

Institut für Finanzwissenschaften I, Forschungszentrum Generationenverträge, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland.

Thomas Reinhard (T)

Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Killianstr. 5, 79106, Freiburg, Deutschland.

Felicitas Bucher (F)

Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Killianstr. 5, 79106, Freiburg, Deutschland. felicitas.bucher@uniklinik-freiburg.de.

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