[The Economization of the Social Sphere and the Compulsion to Self-Optimize - Implications for Attitudes Towards People with Schizophrenia].
Die Ökonomisierung des Sozialen und der Zwang zur Selbstoptimierung – Implikationen für die Einstellungen der Bevölkerung zu Menschen mit Schizophrenie.
Journal
Psychiatrische Praxis
ISSN: 1439-0876
Titre abrégé: Psychiatr Prax
Pays: Germany
ID NLM: 0423204
Informations de publication
Date de publication:
Jul 2023
Jul 2023
Historique:
medline:
13
7
2023
pubmed:
11
11
2022
entrez:
10
11
2022
Statut:
ppublish
Résumé
Attitudes towards people with schizophrenia are not improving, but instead have deteriorated over the last 30 years. This, it is argued, is related to a process of economisation of the social, which, especially in the market-radical version of neoliberalism, has placed the competitive character in society as a priority. The calculative way of dealing with oneself is dominant both individually and socially. In recent years, this has given rise to a persistent trend towards self-optimization, which has an inclusive quality: If you keep up, you belong. On the other side, there is an exclusive quality too. In the course of this, people with schizophrenia are increasingly seen as a potentially burdensome reduction of peoples own opportunities. This may contribute to the widely observed negative changes in attitudes towards people with schizophrenia. Die Einstellungen gegenüber Menschen mit Schizophrenie haben sich in den letzten Jahren verschlechtert. Wir argumentieren, dass dies mit einem Prozess der Ökonomisierung des Sozialen zusammenhängt, der insbesondere in der marktradikalen Fassung des Neoliberalismus den Wettbewerbscharakter in der Gesellschaft als prior platziert hat. Der kalkulatorische Umgang mit sich selbst ist individuell wie gesellschaftlich dominant. In den letzten Jahren ist daraus ein anhaltender Trend zur Selbstoptimierung entstanden, der auch inklusive Qualitäten besitzt: Wer mithält, gehört dazu. Auf der anderen Seite beinhaltet er aber auch eine exkludierende Qualität. Menschen mit Schizophrenie werden im Zuge dessen verstärkt als potenziell belastend bilanziert, als Minderung der eigenen Chancen. Dies trägt möglicherweise zu den beobachteten negativen Einstellungsveränderungen bei.
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Type: Publisher
(ger)
Die Einstellungen gegenüber Menschen mit Schizophrenie haben sich in den letzten Jahren verschlechtert. Wir argumentieren, dass dies mit einem Prozess der Ökonomisierung des Sozialen zusammenhängt, der insbesondere in der marktradikalen Fassung des Neoliberalismus den Wettbewerbscharakter in der Gesellschaft als prior platziert hat. Der kalkulatorische Umgang mit sich selbst ist individuell wie gesellschaftlich dominant. In den letzten Jahren ist daraus ein anhaltender Trend zur Selbstoptimierung entstanden, der auch inklusive Qualitäten besitzt: Wer mithält, gehört dazu. Auf der anderen Seite beinhaltet er aber auch eine exkludierende Qualität. Menschen mit Schizophrenie werden im Zuge dessen verstärkt als potenziell belastend bilanziert, als Minderung der eigenen Chancen. Dies trägt möglicherweise zu den beobachteten negativen Einstellungsveränderungen bei.
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