[General Practitioners' Experiences with COVID-19: a Survey After the First Wave of the Pandemic in March/April 2020].

Erfahrungen von HausärztInnen mit COVID-19 und der Pandemie – ein Survey nach der ersten Pandemiewelle im März/April 2020.

Journal

Gesundheitswesen (Bundesverband der Arzte des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany))
ISSN: 1439-4421
Titre abrégé: Gesundheitswesen
Pays: Germany
ID NLM: 9204210

Informations de publication

Date de publication:
Dec 2023
Historique:
pubmed: 31 5 2023
medline: 31 5 2023
entrez: 30 5 2023
Statut: ppublish

Résumé

The first wave of the COVID-19 pandemic (Mar-Apr 2020) posed significant challenges for primary care. The goal of this study was to analyse the burden of the crisis situation as experienced by the general practitioners (GPs) at its beginning and over the course of the pandemic and to identify factors predictive of the sense of being overburdened. In this cross-sectional study, a total of 6300 randomly selected GPs in four federal states of Germany were contacted per post in order to survey changes in health care they provided and their psychological burden in the context of the pandemic between August and October 2020. The response rate was 23%; 46% of the participants were female. At the beginning of the pandemic, 40% of the participants experienced a high or a very high level of being overburdened; later on, it was only 10%. With increasing numbers of COVID patients, the sense of being overburdened increased, as also their perceived capability to care for COVID patients. Predictors of a sense of being overburdened were, among others, a high level of psychological stress, excessive organising efforts, poor capability to care for COVID patients, and scarce supply of protective equipment. Despite a sense of being overburdened initially, GPs felt increasingly capable of caring for COVID patients. To help GPs in future crisis situations like this pandemic, organization of care should be simplified to the extent possible so that they can focus on patient care. Die erste COVID-19-Pandemiewelle (März–April 2020) hat die hausärztliche Versorgung vor große Herausforderungen gestellt. Ziel der Studie war es zu untersuchen, wie belastend HausärztInnen die Krisensituation zu Pandemiebeginn und im weiteren Pandemieverlauf erlebt haben. Zusätzlich sollten prädiktive Faktoren für das Überforderungsgefühl identifiziert werden. Von August bis Oktober 2020 erfolgte eine Querschnittsbefragung von Hausarztpraxen in vier Bundesländern zur Versorgungsrealität sowie zu psychischen Belastungen im Rahmen der Coronapandemie. Insgesamt 6300 zufällig ausgewählte HausärztInnen wurden angeschrieben. Die Rücklaufquote betrug 23%. 46% der Teilnehmenden waren weiblich. 40% der Teilnehmenden gaben an, zu Beginn der Pandemie unter einem großen oder sehr großen Überforderungsgefühl gelitten zu haben, zum Befragungszeitpunkt äußerten dies nur noch 10%. Mit steigender Anzahl der COVID-19-PatientInnen nahm das Gefühl der Überforderung zu; gleichzeitig stieg auch die selbst eingeschätzte Kompetenz, COVID-19-PatientInnen zu versorgen. Unter anderem trugen eine hohe psychische Belastung, hoher Organisationsaufwand, eine schlechte selbsteingeschätzte Kompetenz bei der Versorgung von COVID-19-PatientInnen und mangelnde Versorgung mit Schutzausrüstung zum Überforderungserleben der HausärztInnen bei. Trotz anfänglicher Überforderung fühlten sich HausärztInnen zunehmend kompetent in der Versorgung von COVID-19-PatientInnen. Um HausärztInnen in Krisensituationen zukünftig besser zu unterstützen, sollten organisatorische Tätigkeiten möglichst vereinfacht werden, um das Augenmerk auf die PatientInnenversorgung legen zu können.

Sections du résumé

BACKGROUND AND OBJECTIVES OBJECTIVE
The first wave of the COVID-19 pandemic (Mar-Apr 2020) posed significant challenges for primary care. The goal of this study was to analyse the burden of the crisis situation as experienced by the general practitioners (GPs) at its beginning and over the course of the pandemic and to identify factors predictive of the sense of being overburdened.
METHODS METHODS
In this cross-sectional study, a total of 6300 randomly selected GPs in four federal states of Germany were contacted per post in order to survey changes in health care they provided and their psychological burden in the context of the pandemic between August and October 2020.
RESULTS RESULTS
The response rate was 23%; 46% of the participants were female. At the beginning of the pandemic, 40% of the participants experienced a high or a very high level of being overburdened; later on, it was only 10%. With increasing numbers of COVID patients, the sense of being overburdened increased, as also their perceived capability to care for COVID patients. Predictors of a sense of being overburdened were, among others, a high level of psychological stress, excessive organising efforts, poor capability to care for COVID patients, and scarce supply of protective equipment.
CONCLUSION CONCLUSIONS
Despite a sense of being overburdened initially, GPs felt increasingly capable of caring for COVID patients. To help GPs in future crisis situations like this pandemic, organization of care should be simplified to the extent possible so that they can focus on patient care.
ZIEL DER STUDIE UNASSIGNED
Die erste COVID-19-Pandemiewelle (März–April 2020) hat die hausärztliche Versorgung vor große Herausforderungen gestellt. Ziel der Studie war es zu untersuchen, wie belastend HausärztInnen die Krisensituation zu Pandemiebeginn und im weiteren Pandemieverlauf erlebt haben. Zusätzlich sollten prädiktive Faktoren für das Überforderungsgefühl identifiziert werden.
METHODE METHODS
Von August bis Oktober 2020 erfolgte eine Querschnittsbefragung von Hausarztpraxen in vier Bundesländern zur Versorgungsrealität sowie zu psychischen Belastungen im Rahmen der Coronapandemie. Insgesamt 6300 zufällig ausgewählte HausärztInnen wurden angeschrieben.
ERGEBNISSE UNASSIGNED
Die Rücklaufquote betrug 23%. 46% der Teilnehmenden waren weiblich. 40% der Teilnehmenden gaben an, zu Beginn der Pandemie unter einem großen oder sehr großen Überforderungsgefühl gelitten zu haben, zum Befragungszeitpunkt äußerten dies nur noch 10%. Mit steigender Anzahl der COVID-19-PatientInnen nahm das Gefühl der Überforderung zu; gleichzeitig stieg auch die selbst eingeschätzte Kompetenz, COVID-19-PatientInnen zu versorgen. Unter anderem trugen eine hohe psychische Belastung, hoher Organisationsaufwand, eine schlechte selbsteingeschätzte Kompetenz bei der Versorgung von COVID-19-PatientInnen und mangelnde Versorgung mit Schutzausrüstung zum Überforderungserleben der HausärztInnen bei.
SCHLUSSFOLGERUNG UNASSIGNED
Trotz anfänglicher Überforderung fühlten sich HausärztInnen zunehmend kompetent in der Versorgung von COVID-19-PatientInnen. Um HausärztInnen in Krisensituationen zukünftig besser zu unterstützen, sollten organisatorische Tätigkeiten möglichst vereinfacht werden, um das Augenmerk auf die PatientInnenversorgung legen zu können.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Die erste COVID-19-Pandemiewelle (März–April 2020) hat die hausärztliche Versorgung vor große Herausforderungen gestellt. Ziel der Studie war es zu untersuchen, wie belastend HausärztInnen die Krisensituation zu Pandemiebeginn und im weiteren Pandemieverlauf erlebt haben. Zusätzlich sollten prädiktive Faktoren für das Überforderungsgefühl identifiziert werden.

Identifiants

pubmed: 37253369
doi: 10.1055/a-2042-9715
doi:

Types de publication

English Abstract Journal Article

Langues

ger

Sous-ensembles de citation

IM

Pagination

1183-1191

Informations de copyright

Thieme. All rights reserved.

Déclaration de conflit d'intérêts

Die Autoren/Autorinnen geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Auteurs

Hanna Schrader (H)

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, Germany.

Gábor Borgulya (G)

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, Germany.

Sandra Parisi (S)

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, Germany.

Stefanie Joos (S)

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, Germany.

Hanna Kaduszkiewicz (H)

Institut für Allgemeinmedizin, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel, Germany.

Anne Barzel (A)

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Germany.

Christina Raus (C)

Abteilung Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Greifswald, Greifswald, Germany.

Linda Sanftenberg (L)

Institut für Allgemeinmedizin, Klinikum der Universitat München, München, Germany.

Thomas Kühlein (T)

Allgemeinmedizinisches Institut, Erlangen University Hospital, Erlangen, Germany.

Andy Maun (A)

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Germany.

Julia Schmidt (J)

Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, Germany.

Klaus Linde (K)

Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Technische Universität München, München, Germany.

Ildikó Gágyor (I)

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, Germany.

Classifications MeSH