Liver Injury after Selective Androgen Receptor Modulator Intake: A Case Report and Review of the Literature.

Leberschaden nach Einnahme eines selektiven Androgenrezeptormodulators: Eine Kasuistik und Literaturrecherche.

Journal

Zeitschrift fur Gastroenterologie
ISSN: 1439-7803
Titre abrégé: Z Gastroenterol
Pays: Germany
ID NLM: 0033370

Informations de publication

Date de publication:
23 Oct 2023
Historique:
medline: 24 10 2023
pubmed: 24 10 2023
entrez: 23 10 2023
Statut: aheadofprint

Résumé

Liver injury associated with selective androgen receptor modulators (SARMs) is an issue that has not been reported often. We report a case of a previously healthy 24-year-old male, who was referred to our hospital for severe jaundice with intense pruritus. He had previously taken the SARM Enobosarm (also known as Ostarine) for muscle-building purposes. Blood serum levels of total bilirubin exceeded 30 mg/dL with only a slight elevation of liver enzymes Leberschäden im Zusammenhang mit selektiven Androgenrezeptormodulatoren (SARM) stellen eine wenig erforschte Nebenwirkung dieser Substanzklasse dar. Im Folgenden berichten wir von einem zuvor gesunden 24-jährigen Patienten, der uns zur Therapie bei schwerem Ikterus mit massivem Pruritus überwiesen wurde. Er hatte zuvor den SARM Enobosarm (auch bezeichnet als Ostarine) zu Zwecken des Muskelaufbaus eingenommen. Der Wert des Gesamtbilirubin war bei Aufnahme auf über 30 mg/dL gestiegen, gleichzeitig zeigte sich nur eine minimale Erhöhung der Leberenzyme. Eine Leberbiopsie erbrachte den Befund eines Leberschadens vom cholestatischen Typ im Rahmen einer reinen Cholestase ohne begleitende Entzündung. Unsererseits wurde eine Albumindialyse mit dem Molecular Adsorbent Recirculation System (MARS) sowie eine Cholestyramin-Therapie aufgrund des starken Juckreizes eingeleitet. Darunter kam es zu einer deutlichen Regredienz der Gesamtbilirubinwerte und der klinischen Symptomatik, woraufhin der Patient aus unserer Klinik entlassen wurde. Eine vollständige Normalisierung der Bilirubinwerte trat allerdings erst etwa sechs Monate nach der erstmaligen Einnahme des Präparats ein. Eine exombasierte genetische Untersuchung erbrachte keine Hinweise auf pathogene Varianten in Bezug auf cholestatische Lebererkrankungen. Allerdings konnten in unserem Falle drei häufige heterozygote Polymorphismen identifiziert werden, die das Risiko für eine intrahepatische Cholestase erhöhen. Unsere Kasuistik zeigt, dass die Einnahme dieser Androgenrezeptormodulatoren schwere Leberschädigungen hervorrufen kann. Diese Nebenwirkung wird häufig nicht in Sicherheitsdatenblättern erwähnt, obwohl durchaus schwerwiegende Risiken für die Gesundheit bestehen. Dies ist insbesondere der Fall bei Einnahme ohne eine professionelle medizinische Supervision, welche aus engmaschiger Kontrolle der Leberenzyme und Bilirubin bestehen sollte.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Leberschäden im Zusammenhang mit selektiven Androgenrezeptormodulatoren (SARM) stellen eine wenig erforschte Nebenwirkung dieser Substanzklasse dar. Im Folgenden berichten wir von einem zuvor gesunden 24-jährigen Patienten, der uns zur Therapie bei schwerem Ikterus mit massivem Pruritus überwiesen wurde. Er hatte zuvor den SARM Enobosarm (auch bezeichnet als Ostarine) zu Zwecken des Muskelaufbaus eingenommen. Der Wert des Gesamtbilirubin war bei Aufnahme auf über 30 mg/dL gestiegen, gleichzeitig zeigte sich nur eine minimale Erhöhung der Leberenzyme. Eine Leberbiopsie erbrachte den Befund eines Leberschadens vom cholestatischen Typ im Rahmen einer reinen Cholestase ohne begleitende Entzündung. Unsererseits wurde eine Albumindialyse mit dem Molecular Adsorbent Recirculation System (MARS) sowie eine Cholestyramin-Therapie aufgrund des starken Juckreizes eingeleitet. Darunter kam es zu einer deutlichen Regredienz der Gesamtbilirubinwerte und der klinischen Symptomatik, woraufhin der Patient aus unserer Klinik entlassen wurde. Eine vollständige Normalisierung der Bilirubinwerte trat allerdings erst etwa sechs Monate nach der erstmaligen Einnahme des Präparats ein. Eine exombasierte genetische Untersuchung erbrachte keine Hinweise auf pathogene Varianten in Bezug auf cholestatische Lebererkrankungen. Allerdings konnten in unserem Falle drei häufige heterozygote Polymorphismen identifiziert werden, die das Risiko für eine intrahepatische Cholestase erhöhen. Unsere Kasuistik zeigt, dass die Einnahme dieser Androgenrezeptormodulatoren schwere Leberschädigungen hervorrufen kann. Diese Nebenwirkung wird häufig nicht in Sicherheitsdatenblättern erwähnt, obwohl durchaus schwerwiegende Risiken für die Gesundheit bestehen. Dies ist insbesondere der Fall bei Einnahme ohne eine professionelle medizinische Supervision, welche aus engmaschiger Kontrolle der Leberenzyme und Bilirubin bestehen sollte.

Identifiants

pubmed: 37871633
doi: 10.1055/a-2165-6323
doi:

Types de publication

Journal Article

Langues

eng

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IM

Informations de copyright

Thieme. All rights reserved.

Déclaration de conflit d'intérêts

The authors declare that they have no conflict of interest.

Auteurs

Jonas E Mertens (JE)

Department of Medicine B, University Hospital Münster, Münster, Germany.
Department of Biochemistry, University of Oxford, Oxford, United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland.

M Till C Bömmer (MTC)

Department of Medicine B, University Hospital Münster, Münster, Germany.
Department of Neurology and Research Center Neurosensory Sciences, University of Oldenburg, Oldenburg, Germany.

Manuel B Regier (MB)

Department of Medicine D, University Hospital Münster, Münster, Germany.

Gert Gabriëls (G)

Department of Medicine D, University Hospital Münster, Münster, Germany.

Hermann Pavenstädt (H)

Department of Medicine D, University Hospital Münster, Münster, Germany.

Inga Grünewald (I)

Department of Pathology, University Hospital Münster, Münster, Germany.

Judit Horvath (J)

Institute of Human Genetics, University Hospital Münster, Münster, Germany.

Jonel Trebicka (J)

Department of Medicine B, University Hospital Münster, Münster, Germany.

Hartmut Schmidt (H)

Department of Medicine B, University Hospital Münster, Münster, Germany.
Department for Gastroenterology and Hepatology, University Hospital Essen, Essen, Germany.

Bernhard Schlevogt (B)

Department of Medicine B, University Hospital Münster, Münster, Germany.
Department of Gastroenterology, Medical Center Osnabrück, Osnabrück, Germany.

Classifications MeSH