[Morbidity and mortality of mare and foal following dystocia - a literature review].

Morbidität und Mortalität von Stute und Fohlen nach Dystokie – eine Literaturübersicht.

Journal

Tierarztliche Praxis. Ausgabe G, Grosstiere/Nutztiere
ISSN: 2567-5834
Titre abrégé: Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere
Pays: Germany
ID NLM: 9715779

Informations de publication

Date de publication:
Oct 2023
Historique:
medline: 15 11 2023
pubmed: 14 11 2023
entrez: 13 11 2023
Statut: ppublish

Résumé

Dystocia represents a life-threatening condition for mare and foal. Morbidity and mortality rates due to a difficult birth, as well as the influence on fertility of the mare were analyzed, based on a review of publications. This was aggravated by the fact that no standardized diagnostic code was used and that most publications do not clearly describe how extensively the examinations were performed beforehand. Retentio secundinarum is the most common complication caused by dystocia. Other complications are injuries to the soft birth canal and the colon. These occur more frequently after surgical obstetrics than following assisted vaginal deliveries. Performing a fetotomy increases the risk of injury to the birth canal. After a caesarean section, the risk for retained placenta increases significantly. In order to evaluate the possibility of medical progress over time, mortality rates of mare and foal were investigated and divided in surgical and conservative obstetrics within the period of 1970-1990 and 1991-2021. The average maternal mortality rate following caesarean section amounted to 18% in the time period between 1970 and 1990 and 14% between the years from 1991-2021. After fetotomy, the two determined mortality rates amounted to 29% and 10% for the time between 1970 and 1990. In the period 1991-2021, the rate varies between 4% and 44% with an average mortality rate of 14%. Following controlled vaginal delivery, the average mortality rate is 9%. Literary sources were however only available for the current time period and range between 6% and 29%. The morbidity and mortality rate of foals is very high. Following caesarean section on average 53% of foals are dead on delivery, with a range of 13-79% in case reports from the years 1991-2021. The number of dead foals in the context of conservative obstetrics is of a similar scale. Postnatal foal diseases are largely due to intrapartum hypoxia during dystocia and obstetric injury. In consequence of a difficult delivery, mares experience reduced fertility. In numerous cases this however may be compensated by pausing from further breeding in the same year. The number of cases evaluated in this context however remains too small to advocate any recommendations for breeding following incidents of dystocia. Eine Dystokie stellt für die Stute und das Fohlen einen lebensbedrohlichen Zustand dar. Anhand einer Literaturauswertung wurden die Morbiditäts- und Todesraten durch eine Schwergeburt bei Stute und Fohlen sowie der Einfluss auf die weitere Fruchtbarkeit der Stute analysiert. Erschwerend bei der Auswertung der Literatur ist, dass kein einheitlicher Diagnoseschlüssel genutzt wurde und dass in den meisten Veröffentlichungen nicht deutlich wird, wie umfangreich die Untersuchungen am Tier durchgeführt wurden, um zur Diagnose zu gelangen. Die Retentio secundinarum ist die häufigste Komplikation nach Schwergeburt. Weitere Komplikationen der Dystokie sind Verletzungen im weichen Geburtsweg und des Dickdarmes. Diese treten nach chirurgischer Geburtshilfe häufiger auf als nach Auszug. Bei Durchführung einer Fetotomie steigt die Gefahr von Verletzungen im Geburtsweg. Nach einer Sectio caesarea nimmt das Risiko einer Nachgeburtsverhaltung deutlich zu. Zur Darlegung eines möglichen obstetrischen Fortschritts wurden recherchierte Mortalitätsraten von Stute und Fohlen nach chirurgischer sowie konservativer Geburtshilfe in die Perioden 1970–1990 und 1991–2021 unterteilt. Die durchschnittliche maternale Todesrate nach einer Sectio caesarea liegt im Zeitraum 1970–1990 bei 18% und von 1991 bis 2021 bei 14%. Die 2 ermittelten Angaben zur Todesrate nach einer Fetotomie betrugen 29% und 10% in der Zeitspanne 1970–1990. In der Periode 1991–2021 variieren die Daten zwischen 4 und 44%, wobei sich eine durchschnittliche Todesrate von 14% ergibt. Die durchschnittliche maternale Todesrate nach Auszug unter Allgemeinanästhesie liegt bei 9%. Die Literaturangaben lagen hierbei allerdings nur für den aktuelleren Zeitraum vor und schwanken zwischen 6–29%. Die Erkrankungs- und Todesrate von Fohlen ist sehr hoch. Im Rahmen eines Kaiserschnittes werden 53% der Fohlen tot entwickelt, wobei die Todesrate in den einzelnen Fallserien aus den Jahren 1991–2021 von 13–79% variiert. Die Anzahl tot entwickelter Fohlen im Rahmen einer konservativen Geburtshilfe liegt in der gleichen Größenordnung

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Eine Dystokie stellt für die Stute und das Fohlen einen lebensbedrohlichen Zustand dar. Anhand einer Literaturauswertung wurden die Morbiditäts- und Todesraten durch eine Schwergeburt bei Stute und Fohlen sowie der Einfluss auf die weitere Fruchtbarkeit der Stute analysiert. Erschwerend bei der Auswertung der Literatur ist, dass kein einheitlicher Diagnoseschlüssel genutzt wurde und dass in den meisten Veröffentlichungen nicht deutlich wird, wie umfangreich die Untersuchungen am Tier durchgeführt wurden, um zur Diagnose zu gelangen. Die Retentio secundinarum ist die häufigste Komplikation nach Schwergeburt. Weitere Komplikationen der Dystokie sind Verletzungen im weichen Geburtsweg und des Dickdarmes. Diese treten nach chirurgischer Geburtshilfe häufiger auf als nach Auszug. Bei Durchführung einer Fetotomie steigt die Gefahr von Verletzungen im Geburtsweg. Nach einer Sectio caesarea nimmt das Risiko einer Nachgeburtsverhaltung deutlich zu. Zur Darlegung eines möglichen obstetrischen Fortschritts wurden recherchierte Mortalitätsraten von Stute und Fohlen nach chirurgischer sowie konservativer Geburtshilfe in die Perioden 1970–1990 und 1991–2021 unterteilt. Die durchschnittliche maternale Todesrate nach einer Sectio caesarea liegt im Zeitraum 1970–1990 bei 18% und von 1991 bis 2021 bei 14%. Die 2 ermittelten Angaben zur Todesrate nach einer Fetotomie betrugen 29% und 10% in der Zeitspanne 1970–1990. In der Periode 1991–2021 variieren die Daten zwischen 4 und 44%, wobei sich eine durchschnittliche Todesrate von 14% ergibt. Die durchschnittliche maternale Todesrate nach Auszug unter Allgemeinanästhesie liegt bei 9%. Die Literaturangaben lagen hierbei allerdings nur für den aktuelleren Zeitraum vor und schwanken zwischen 6–29%. Die Erkrankungs- und Todesrate von Fohlen ist sehr hoch. Im Rahmen eines Kaiserschnittes werden 53% der Fohlen tot entwickelt, wobei die Todesrate in den einzelnen Fallserien aus den Jahren 1991–2021 von 13–79% variiert. Die Anzahl tot entwickelter Fohlen im Rahmen einer konservativen Geburtshilfe liegt in der gleichen Größenordnung

Identifiants

pubmed: 37956674
doi: 10.1055/a-2180-2182
doi:

Types de publication

Review English Abstract Journal Article

Langues

ger

Sous-ensembles de citation

IM

Pagination

314-326

Informations de copyright

Thieme. All rights reserved.

Déclaration de conflit d'intérêts

Die Autoren bestätigen, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Auteurs

Markus Ellerbrock (M)

Tierklinik für Reproduktionsmedizin und Neugeborenenkunde, Justus-Liebig-Universität Gießen.

Axel Wehrend (A)

Tierklinik für Reproduktionsmedizin und Neugeborenenkunde, Justus-Liebig-Universität Gießen.

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