Stellungnahme der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft und des Berufsverbandes zur Notfallversorgung in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Journal

Laryngo- rhino- otologie
ISSN: 1438-8685
Titre abrégé: Laryngorhinootologie
Pays: Germany
ID NLM: 8912371

Informations de publication

Date de publication:
25 Jun 2024
Historique:
medline: 26 6 2024
pubmed: 26 6 2024
entrez: 25 6 2024
Statut: aheadofprint

Résumé

Clinics and practices in the field of ear, nose and throat medicine (ENT) are experiencing a significant increase in the number of emergency patients, which has multiple reasons. There is broad consent that a reform of emergency structures is necessary.The government commission for modern and needs-based hospital care has made recommendations with statements on the reform of emergency and acute care in the areas of "emergency services and financing" and "integrated emergency centers and integrated control centers". For this purpose a reliable foundation will be created with participation of specialist societies and professional associations, also linked to the hope of initiating the urgently needed relief of medical staff in clinics and practices.The present manuscript describes the health policy history and current problems in emergency care, focusing on proposed solutions with reference to the special features of ENT medicine. This position paper is linked to an appeal to self-administration and politicians to quickly implement a sustainable concept for emergency care, as financing and staff availability are becoming increasingly critical and the unregulated wave of emergency patients must be given a helping hand. Die Ereignisse bezüglich einer Reform der Notfallversorgung überschlagen sich, und ein klares Konzept ist noch nicht erkennbar, wenngleich überfällig. Kliniken und Praxen erleben im Fachgebiet der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) einen deutlichen Zuwachs entsprechender Patienten, die Gründe sind mannigfaltig: von dem Bedürfnis Betroffener einer sofortigen Abklärung bestimmter Symptome bis hin zu veränderten Notdienststrukturen. Verschärft hat sich die Situation durch das jüngste Urteil zur Sozialversicherungspflicht der Poolärzte mit einer „Notbremse“ im ärztlichen Bereitschaftsdienst bspw. der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg. Zu allem Überfluss wurde die vom Gemeinsamen Bundesausschuss erstellte Erstfassung der Richtlinie zur Ersteinschätzung des Versorgungsbedarfs in der Notfallversorgung (Ersteinschätzungsrichtlinie) durch das Bundesministerium für Gesundheit beanstandet und liegt aktuell auf Eis. Es ist allen Akteuren klar, dass in jedem Fall eine grundlegende Reform zur Filterung und Steuerung der Patientenströme notwendig wird. Die Vorschläge reichen von einer Aufklärung der Bürger zur Erlangung einer basalen Gesundheitskompetenz über die Wiedereinführung der Notfallgebühr bis hin zu den wahrscheinlichen Szenarien einer zentralen Notfallnummer, eines gemeinsamen Tresens (i.e. vertragsärztliche Notfallpraxis und entsprechende Klinik-Notfallambulanzen in unmittelbarer räumlicher Nähe) und einer Triage durch geschultes Personal mit Vergabeoptionen in die geeigneten Versorgungsbereiche. Die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung hat mit Stellungnahmen zur Reform der Notfall- und Akutversorgung zu den Bereichen „Rettungsdienst und Finanzierung“ und „Integrierte Notfallzentren und Integrierte Leitstellen“ Empfehlungen abgegeben. Hierzu sollen a.e. im Verlauf des Jahres, nach Möglichkeit unter Beteiligung der Fachgesellschaften und Berufsverbände, belastbare Grundlagen geschaffen sein, auch verknüpft mit der Hoffnung, die dringend notwendige Entlastung von medizinischem Personal in Klinik und Praxis einzuleiten.Das vorliegende Manuskript beschreibt die gesundheitspolitische Historie sowie aktuelle Probleme der Notfallversorgung, wobei Lösungsvorschläge mit Bezug auf die HNO-ärztlichen Besonderheiten in den Fokus genommen werden. Das vorliegende Positionspapier ist verbunden mit einem Appell an Selbstverwaltung und Politik, nunmehr zeitnah ein tragfähiges Konzept für die Notfallversorgung in Kraft zu setzen, da Finanzierung und Personalverfügbarkeit immer kritischer werden und der ungeregelten Welle an Notfallpatienten eine ordnende Hand gereicht werden muss.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Die Ereignisse bezüglich einer Reform der Notfallversorgung überschlagen sich, und ein klares Konzept ist noch nicht erkennbar, wenngleich überfällig. Kliniken und Praxen erleben im Fachgebiet der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) einen deutlichen Zuwachs entsprechender Patienten, die Gründe sind mannigfaltig: von dem Bedürfnis Betroffener einer sofortigen Abklärung bestimmter Symptome bis hin zu veränderten Notdienststrukturen. Verschärft hat sich die Situation durch das jüngste Urteil zur Sozialversicherungspflicht der Poolärzte mit einer „Notbremse“ im ärztlichen Bereitschaftsdienst bspw. der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg. Zu allem Überfluss wurde die vom Gemeinsamen Bundesausschuss erstellte Erstfassung der Richtlinie zur Ersteinschätzung des Versorgungsbedarfs in der Notfallversorgung (Ersteinschätzungsrichtlinie) durch das Bundesministerium für Gesundheit beanstandet und liegt aktuell auf Eis. Es ist allen Akteuren klar, dass in jedem Fall eine grundlegende Reform zur Filterung und Steuerung der Patientenströme notwendig wird. Die Vorschläge reichen von einer Aufklärung der Bürger zur Erlangung einer basalen Gesundheitskompetenz über die Wiedereinführung der Notfallgebühr bis hin zu den wahrscheinlichen Szenarien einer zentralen Notfallnummer, eines gemeinsamen Tresens (i.e. vertragsärztliche Notfallpraxis und entsprechende Klinik-Notfallambulanzen in unmittelbarer räumlicher Nähe) und einer Triage durch geschultes Personal mit Vergabeoptionen in die geeigneten Versorgungsbereiche. Die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung hat mit Stellungnahmen zur Reform der Notfall- und Akutversorgung zu den Bereichen „Rettungsdienst und Finanzierung“ und „Integrierte Notfallzentren und Integrierte Leitstellen“ Empfehlungen abgegeben. Hierzu sollen a.e. im Verlauf des Jahres, nach Möglichkeit unter Beteiligung der Fachgesellschaften und Berufsverbände, belastbare Grundlagen geschaffen sein, auch verknüpft mit der Hoffnung, die dringend notwendige Entlastung von medizinischem Personal in Klinik und Praxis einzuleiten.Das vorliegende Manuskript beschreibt die gesundheitspolitische Historie sowie aktuelle Probleme der Notfallversorgung, wobei Lösungsvorschläge mit Bezug auf die HNO-ärztlichen Besonderheiten in den Fokus genommen werden. Das vorliegende Positionspapier ist verbunden mit einem Appell an Selbstverwaltung und Politik, nunmehr zeitnah ein tragfähiges Konzept für die Notfallversorgung in Kraft zu setzen, da Finanzierung und Personalverfügbarkeit immer kritischer werden und der ungeregelten Welle an Notfallpatienten eine ordnende Hand gereicht werden muss.

Identifiants

pubmed: 38917833
doi: 10.1055/a-2338-0808
doi:

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English Abstract Journal Article

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ger

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Mitgliedschaften bei Fachgesellschaften DGHNO und Berufsverband bei allen Autoren außer Thomas Dazmann (hier DGAI), Beraterhonorare/Advisory Board ohne Zusammenhang mit der Arbeit.

Auteurs

Thomas K Hoffmann (TK)

Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland.

Thomas Deitmer (T)

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., Bonn, Deutschland.

Burkard M Lippert (BM)

HNO-Klinik, SLK-Kliniken, Heilbronn, Deutschland.

Thomas Datzmann (T)

Zentrale Notfallaufnahme, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland.

Stefan Drumm (S)

HNO-Praxis, Adendorf, Deutschland.

Jan Löhler (J)

Deutscher Berufsverband der HNO-Ärzte, Neumünster, Deutschland.

Classifications MeSH