Spontaneous intracranial hypotension - a spinal disease.
Spontane intrakranielle Hypotension – eine spinale Erkrankung.
Journal
RoFo : Fortschritte auf dem Gebiete der Rontgenstrahlen und der Nuklearmedizin
ISSN: 1438-9010
Titre abrégé: Rofo
Pays: Germany
ID NLM: 7507497
Informations de publication
Date de publication:
05 Jul 2024
05 Jul 2024
Historique:
medline:
6
7
2024
pubmed:
6
7
2024
entrez:
5
7
2024
Statut:
aheadofprint
Résumé
Spontaneous intracranial hypotension (SIH) remains an underdiagnosed condition despite increasing awareness due to recent scientific advances. Diagnosis can be delayed by the broad clinical presentation and imaging pitfalls. This results in a high degree of physical impairment for patients, including social and psychological sequelae as well as long-term damage in the case of delayed diagnosis and treatment.The study is based on a selective literature search on PubMed including articles from 1990 to 2023 and the authors' clinical experience from working in a CSF center.SIH mostly affects middle-aged women, with the primary symptom being position-dependent orthostatic headache. In addition, there is a broad spectrum of possible symptoms that can overlap with other clinical conditions and therefore complicate the diagnosis. The causative spinal CSF loss can be divided into three main types: ventral (type 1) or lateral (type 2) dural leak and CSF-venous fistula (type 3). The diagnosis can be made using a two-stage workup. As a first step, noninvasive MRI of the head and spine provides indicators of the presence of SIH. The second step using focused myelography can identify the exact location of the cerebrospinal fluid leak and enable targeted therapy (surgical or interventional). Intrathecal pressure measurement or intrathecal injection of gadolinium is no longer necessary for primary diagnosis. Serious complications in the course of the disease can include space-occupying subdural hematomas, superficial siderosis, and symptoms of brain sagging, which can lead to misinterpretations. Treatment consists of closing the dural leak or the cerebrospinal fluid fistula. Despite successful treatment, a relapse can occur, which highlights the importance of follow-up MRI examinations and emphasizes the chronic nature of the disease. This paper provides an overview of the diagnostic workup of patients with suspected SIH and new developments in imaging and therapy. · SIH is an underdiagnosed condition with a wide range of possible symptoms.. · The first diagnostic step using MRI provides indications of the presence of SIH.. · The second diagnostic step using (dynamic) myelography can identify the CSF leak.. · Collaboration with a CSF center is advisable for further diagnosis and treatment.. · Prompt detection and treatment of SIH improves the outcome.. · Zander C, Wolf K, El Rahal A et al. Spontaneous intracranial hypotension - a spinal disease. Fortschr Röntgenstr 2024; DOI 10.1055/a-2318-8994. Die spontane intrakranielle Hypotension (SIH) ist ein unterdiagnostiziertes Krankheitsbild, das jedoch aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zunehmend Aufmerksamkeit erfährt. Die Diagnosestellung kann durch ein breites klinisches Erscheinungsbild und Fallstricke in der Bildgebung verzögert werden. Daraus resultiert eine hohe körperliche Beeinträchtigung für die Patienten, einschließlich sozialer und psychischer Folgen sowie Langzeitschäden bei prolongierter Diagnostik und Therapie.Basierend auf einer selektiven Literaturrecherche auf PubMed mit Einschluss aller Arbeiten zwischen 1990 und 2023 sowie der klinischen Erfahrung aus der Arbeit der Autoren in einem CSF-Zentrum.SIH betrifft meist Frauen im mittleren Alter, Leitsymptom ist dabei der lageabhängige orthostatische Kopfschmerz. Daneben gibt es ein breites Spektrum weiterer möglicher Symptome, die sich mit anderen Krankheitsbildern überlappen können und dementsprechend die Diagnosestellung erschweren. Der ursächliche spinale Liquorverlust lässt sich in drei Haupttypen unterteilen: das ventrale (Typ 1) und laterale (Typ 2) Duraleck sowie die Liquor-Vene-Fistel (Typ 3). Die Diagnostik kann über eine zweistufige Aufarbeitung erfolgen. Im ersten Schritt liefert die nicht invasive MRT von Kopf und Wirbelsäule Hinweise auf das Vorliegen einer SIH. Der zweite Schritt mittels gezielter Myelografie kann den genauen Ort des Liquoraustritts identifizieren und eine gezielte Behandlung ermöglichen (operativ oder interventionell). Eine intrathekale Druckmessung oder die intrathekale Gabe von Gadolinium ist dabei zur Primärdiagnostik nicht mehr notwendig. Ernstzunehmende Komplikationen im Verlauf der Krankheit bestehen z.B. in raumfordernden Subduralhämatomen, der superfiziellen Siderose und Symptomen im Rahmen eines „brain sagging“, was zu Fehlinterpretationen führen kann. Die Therapie besteht im Verschluss des Duralecks bzw. der Liquorfistel. Auch nach erfolgreicher Therapie können Rezidive auftreten, was die Wichtigkeit einer klinischen Nachsorgeuntersuchung einschließlich Follow-Up-MRT betont und den chronischen Charakter der Krankheit unterstreicht. Diese Arbeit liefert eine Übersicht über den diagnostischen Work-Up von Patienten mit Verdacht auf SIH und neue Entwicklungen in Bildgebung und Therapie. · Die SIH ist ein unterdiagnostiziertes Krankheitsbild mit einer großen Variationsbreite möglicher Symptome.. · Der erste Diagnostikschritt mittels MRT liefert Hinweise auf das Vorliegen einer SIH.. · Der zweite Diagnostikschritt mittels (dynamischer) Myelographie kann das Liquorleck identifizieren.. · Eine Zusammenarbeit mit einem CSF-Zentrum ist bei weiterführender Diagnostik und Therapie sinnvoll.. · Eine zeitnahe Erkennung und Behandlung der SIH verbessert das Outcome.. · Zander C, Wolf K, El Rahal A et al. Spontaneous intracranial hypotension – a spinal disease. Fortschr Röntgenstr 2024; DOI 10.1055/a-2318-8994.
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Type: Publisher
(ger)
Die spontane intrakranielle Hypotension (SIH) ist ein unterdiagnostiziertes Krankheitsbild, das jedoch aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zunehmend Aufmerksamkeit erfährt. Die Diagnosestellung kann durch ein breites klinisches Erscheinungsbild und Fallstricke in der Bildgebung verzögert werden. Daraus resultiert eine hohe körperliche Beeinträchtigung für die Patienten, einschließlich sozialer und psychischer Folgen sowie Langzeitschäden bei prolongierter Diagnostik und Therapie.Basierend auf einer selektiven Literaturrecherche auf PubMed mit Einschluss aller Arbeiten zwischen 1990 und 2023 sowie der klinischen Erfahrung aus der Arbeit der Autoren in einem CSF-Zentrum.SIH betrifft meist Frauen im mittleren Alter, Leitsymptom ist dabei der lageabhängige orthostatische Kopfschmerz. Daneben gibt es ein breites Spektrum weiterer möglicher Symptome, die sich mit anderen Krankheitsbildern überlappen können und dementsprechend die Diagnosestellung erschweren. Der ursächliche spinale Liquorverlust lässt sich in drei Haupttypen unterteilen: das ventrale (Typ 1) und laterale (Typ 2) Duraleck sowie die Liquor-Vene-Fistel (Typ 3). Die Diagnostik kann über eine zweistufige Aufarbeitung erfolgen. Im ersten Schritt liefert die nicht invasive MRT von Kopf und Wirbelsäule Hinweise auf das Vorliegen einer SIH. Der zweite Schritt mittels gezielter Myelografie kann den genauen Ort des Liquoraustritts identifizieren und eine gezielte Behandlung ermöglichen (operativ oder interventionell). Eine intrathekale Druckmessung oder die intrathekale Gabe von Gadolinium ist dabei zur Primärdiagnostik nicht mehr notwendig. Ernstzunehmende Komplikationen im Verlauf der Krankheit bestehen z.B. in raumfordernden Subduralhämatomen, der superfiziellen Siderose und Symptomen im Rahmen eines „brain sagging“, was zu Fehlinterpretationen führen kann. Die Therapie besteht im Verschluss des Duralecks bzw. der Liquorfistel. Auch nach erfolgreicher Therapie können Rezidive auftreten, was die Wichtigkeit einer klinischen Nachsorgeuntersuchung einschließlich Follow-Up-MRT betont und den chronischen Charakter der Krankheit unterstreicht. Diese Arbeit liefert eine Übersicht über den diagnostischen Work-Up von Patienten mit Verdacht auf SIH und neue Entwicklungen in Bildgebung und Therapie. · Die SIH ist ein unterdiagnostiziertes Krankheitsbild mit einer großen Variationsbreite möglicher Symptome.. · Der erste Diagnostikschritt mittels MRT liefert Hinweise auf das Vorliegen einer SIH.. · Der zweite Diagnostikschritt mittels (dynamischer) Myelographie kann das Liquorleck identifizieren.. · Eine Zusammenarbeit mit einem CSF-Zentrum ist bei weiterführender Diagnostik und Therapie sinnvoll.. · Eine zeitnahe Erkennung und Behandlung der SIH verbessert das Outcome.. · Zander C, Wolf K, El Rahal A et al. Spontaneous intracranial hypotension – a spinal disease. Fortschr Röntgenstr 2024; DOI 10.1055/a-2318-8994.
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