[Lack of skilled medical personnel as a structural problem].
Medizinischer Fachkräftemangel als strukturelles Problem.
Bureaucracy/deregulation
Demography
Employment structure
Physician shortage
Specialty training
Journal
Innere Medizin (Heidelberg, Germany)
ISSN: 2731-7099
Titre abrégé: Inn Med (Heidelb)
Pays: Germany
ID NLM: 9918384885306676
Informations de publication
Date de publication:
08 Aug 2024
08 Aug 2024
Historique:
accepted:
04
07
2024
medline:
8
8
2024
pubmed:
8
8
2024
entrez:
8
8
2024
Statut:
aheadofprint
Résumé
The healthcare system in Germany is characterized by a comprehensive local patient care. Nevertheless, due to the increasing lack of medical personnel bottlenecks are impending, which are not only of a temporary nature. The increasing demography-related needs for care, insufficient healthcare competence of many people and the inadequate prevention will strengthen the demand for medical and nursing personnel. At the same time, physicians and nursing personnel from the high birth rate baby boomer years are leaving the healthcare system. This age cohort must now be replaced by a younger workforce; however, in Germany too few physicians are being trained when measured against the requirements. A marked increase in the number of university study places in medicine will not be able to alleviate the deficit in the short term but prospectively there is no way past an expansion of capacities. The decline in panel physicians, especially in general practitioner care, is accompanied by a clear increase of employees in the outpatient sector. The desire for reduced working hours is clearly recognizable throughout all age cohorts. The part-time quota is increasing. The discrepancy between desired and actual working times is largely underestimated. The increased part-time quota already shows that something must fundamentally change to be able to provide sufficient medical manpower and working hours for the treatment of patients. The association between increased part-time quota and dissatisfaction with the working situation in hospitals is obvious and has repercussions for the medical care. In a multifactorial process the causes and sequelae of bottlenecks in skilled personnel are mutually strengthened in a negative spiral. In the short term, the deficit in medical personnel can only be counteracted by a better cooperation between the outpatient and inpatient fields of care and by a massive reduction in bureaucracy. The digitalization can without doubt contribute to the relief of the healthcare system. Telemedical applications can improve the treatment in rural and structurally weak regions. Das Gesundheitswesen in Deutschland zeichnet sich durch eine flächendeckende, wohnortnahe Patientenversorgung aus. Gleichwohl drohen durch den zunehmenden Fachkräftemangel Engpässe, die nicht nur vorübergehender Natur sind. Der demografiebedingt zunehmende Versorgungsbedarf, unzureichende Gesundheitskompetenz vieler Menschen und die mangelnde Prävention werden die Nachfrage nach medizinischen und pflegerischen Fachkräften deutlich verstärken. Gleichzeitig verlassen Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal aus den geburtenstarken Babyboomer-Jahrgängen das Gesundheitswesen. Diese Alterskohorte muss nunmehr durch jüngere Arbeitskräfte ersetzt werden. In Deutschland werden jedoch gemessen am Bedarf zu wenige Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Ein deutlicher Ausbau der Medizinstudienplätzen wird den Mangel kurzfristig nicht lindern können, perspektivisch führt aber kein Weg an einer Kapazitätsausweitung vorbei. Der Rückgang an Vertragsärztinnen und -ärzten, insbesondere in der hausärztlichen Versorgung, geht einher mit einem deutlichen Anstieg von Angestellten im ambulanten Bereich. Über alle Alterskohorten hinweg ist der Wunsch nach geringeren Arbeitszeiten erkennbar. Die Teilzeitquote steigt. Die Diskrepanz zwischen gewünschten und tatsächlichen Arbeitszeiten wird weithin unterschätzt. Dabei zeigt schon die gestiegene Teilzeitquote, dass sich etwas grundlegend ändern muss, um in den kommenden Jahren ausreichend ärztliche Arbeitskraft und Arbeitszeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten bereitstellen zu können. Der Zusammenhang zwischen gestiegener Teilzeitquote und Unzufriedenheit mit der Arbeitssituation in den Kliniken ist evident und hat Auswirkungen auf die ärztliche Versorgung. In einem multifaktoriellen Geschehen verstärken sich Ursachen und Folgen von Fachkräfteengpässen in einer Negativspirale. Kurzfristig wird dem Mangel an medizinischem Fachpersonal nur durch eine bessere Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Versorgungsbereich und durch eine massive Entbürokratisierung begegnet werden können. Zweifellos kann die Digitalisierung des Gesundheitswesens zur Entlastung beitragen. Telemedizinische Anwendungen können die Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen verbessern.
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Type: Publisher
(ger)
Das Gesundheitswesen in Deutschland zeichnet sich durch eine flächendeckende, wohnortnahe Patientenversorgung aus. Gleichwohl drohen durch den zunehmenden Fachkräftemangel Engpässe, die nicht nur vorübergehender Natur sind. Der demografiebedingt zunehmende Versorgungsbedarf, unzureichende Gesundheitskompetenz vieler Menschen und die mangelnde Prävention werden die Nachfrage nach medizinischen und pflegerischen Fachkräften deutlich verstärken. Gleichzeitig verlassen Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal aus den geburtenstarken Babyboomer-Jahrgängen das Gesundheitswesen. Diese Alterskohorte muss nunmehr durch jüngere Arbeitskräfte ersetzt werden. In Deutschland werden jedoch gemessen am Bedarf zu wenige Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Ein deutlicher Ausbau der Medizinstudienplätzen wird den Mangel kurzfristig nicht lindern können, perspektivisch führt aber kein Weg an einer Kapazitätsausweitung vorbei. Der Rückgang an Vertragsärztinnen und -ärzten, insbesondere in der hausärztlichen Versorgung, geht einher mit einem deutlichen Anstieg von Angestellten im ambulanten Bereich. Über alle Alterskohorten hinweg ist der Wunsch nach geringeren Arbeitszeiten erkennbar. Die Teilzeitquote steigt. Die Diskrepanz zwischen gewünschten und tatsächlichen Arbeitszeiten wird weithin unterschätzt. Dabei zeigt schon die gestiegene Teilzeitquote, dass sich etwas grundlegend ändern muss, um in den kommenden Jahren ausreichend ärztliche Arbeitskraft und Arbeitszeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten bereitstellen zu können. Der Zusammenhang zwischen gestiegener Teilzeitquote und Unzufriedenheit mit der Arbeitssituation in den Kliniken ist evident und hat Auswirkungen auf die ärztliche Versorgung. In einem multifaktoriellen Geschehen verstärken sich Ursachen und Folgen von Fachkräfteengpässen in einer Negativspirale. Kurzfristig wird dem Mangel an medizinischem Fachpersonal nur durch eine bessere Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Versorgungsbereich und durch eine massive Entbürokratisierung begegnet werden können. Zweifellos kann die Digitalisierung des Gesundheitswesens zur Entlastung beitragen. Telemedizinische Anwendungen können die Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen verbessern.
Identifiants
pubmed: 39115594
doi: 10.1007/s00108-024-01759-3
pii: 10.1007/s00108-024-01759-3
doi:
Types de publication
English Abstract
Journal Article
Review
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ger
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Références
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