[What is new on peri- and postmenopause?]

Was gibt es Neues zu Peri- und Postmenopause?

Journal

Deutsche medizinische Wochenschrift (1946)
ISSN: 1439-4413
Titre abrégé: Dtsch Med Wochenschr
Pays: Germany
ID NLM: 0006723

Informations de publication

Date de publication:
Nov 2024
Historique:
medline: 23 10 2024
pubmed: 23 10 2024
entrez: 22 10 2024
Statut: ppublish

Résumé

Menopause is an increasingly discussed topic in recent years. More women are demanding consultancy and help from their doctors via different channels, be it online or in menopause centers.The term genitourinary syndrome of menopause (GSM) comprises vaginal and urological symptoms such as mucosal dryness, itching and burning, dysuria or bleeding and pain during sexual intercourse. GSM can strongly affect quality of life, is common if estrogen deficiency has lasted for 3 months and can be treated locally with very low doses of the weak estrogen estriol."Not feeling like myself anymore" - symptomatic perimenopause may present with sleep disturbances, mastalgia, mood swings, palpitations, panic attacks, but also entail joint pain, vertigo, headache, and brain fog - even years before menopause and in the presence of still adequate estrogen levels. In an online study, 20% of women in the menopausal transition reported symptoms which they could not explain, and which may cause fears of serious illness. This can lead to extensive medical work-ups if the possibility of perimenopause as the cause is disregarded.(Peri-)menopausal complaints last much longer than previously thought: The Study of women's health across the nation (SWAN) reported longer duration of vasomotor symptoms (median: 11,8 years) in women who were already affected in early perimenopause, while those in whom VMS started only after menopause experienced a shorter duration of symptoms (median: 3,4 years).Female hormones protect women from fatty streaks and hypertension, but menopausal hormone therapy (MHT) has positive effects only if started in the first decade after menopause. The interaction with stress, aging and lifestyle factors is complex.For the treatment of VMS, German and international guidelines list both drug and non-drug or non-prescription options, although there is no clear data on their effectiveness.Fezolinetant, a Neurokinin-3 receptor antagonist, is now available in Germany for the treatment of vasomotor symptoms in postmenopausal women with contraindications or aversion against steroid hormones. It modulates the thermoregulation center in the hypothalamus by blocking the KNDy-neurons. Studies on Elinzanetant, another representative of this class of drugs, are still ongoing. Menopausale Beschwerden erhalten mehr Aufmerksamkeit Seit 2022 ist die Menopause ein „heißes“ Gesprächsthema auf vielen Kanälen. Patientinnen fordern zunehmend Rat und Abhilfe bei Beschwerden. Dies hat zu einem Boom von Social-Media-Foren, Menopause-Zentren und Internet-Angeboten geführt. NEUER BEGRIFF FüR VULVAVAGINALE-ATROPHIE: GENITOURINäRES SYNDROM DER MENOPAUSE (GSM) : GSM umfasst urogenitale Symptome wie Scheidentrockenheit (vaginale Trockenheit), Brennen und Juckreiz, urologische Beschwerden wie Dysurie, Kontaktblutungen, und Schmerzen bei Geschlechtsverkehr. GSM entsteht, wenn ein Estrogenmangel über mehr als 3 Monate besteht und dann zu einer Veränderung des vaginalen Mikrobioms und Atrophie des Vaginalepithels führen kann. Diese Veränderungen können die Lebensqualität über viele Jahre hinweg deutlich einschränken und sind gut und risikoarm lokal therapierbar. WENN FRAUEN SICH NICHT MEHR WIEDERERKENNEN – SYMPTOMATISCHE PERIMENOPAUSE : Brustspannen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Palpitationen, Panikattacken, Gelenkschmerzen, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, und kognitive Aussetzer („brain fog“) wurden in einer internationalen Online-Studie mit 2400 Frauen (35–55 Jahre) von mehr als 20% der Teilnehmerinnen noch vor der Menopause benannt. Viele Frauen erleben plötzlich Symptome, die sie als überwältigend empfinden und nicht einordnen können, und die Ängste vor einer schweren Erkrankung auslösen können. Nicht selten führt dies dazu, umfangreiche Abklärungen zu veranlassen. MENOPAUSALE BESCHWERDEN DAUERN SEHR VIEL LäNGER ALS FRüHER GEDACHT. : Frauen mit ersten Hitzewallungen in der Prämenopause oder frühen Perimenopause erlebten in der SWAN-Studie (The Study of Women’s Health Across the Nation) eine längere Gesamtdauer der Beschwerden (Median > 11,8 Jahre). Bei Frauen mit den ersten Hitzewallungen in der Postmenopause hielten die vasomotorischen Symptome (VMS) hingegen kürzer an (Median: 3,4 Jahre). BLUTHOCHDRUCK UND MENOPAUSE : Estrogen-Mangel als prädisponierender Faktor für postmenopausalen Bluthochdruck ist relativ gut belegt, möglicherweise haben Altern, Stress, und andere Faktoren jedoch noch eine höhere Relevanz. Der schützende Effekt einer menopausalen Hormontherapie ist nicht unumstritten. BEHANDLUNGSOPTIONEN FüR MENOPAUSALE VMS : Für die Behandlung der VMS empfehlen deutsche und internationale Leitlinien sowohl medikamentöse als auch nicht medikamentöse beziehungsweise nicht verschreibungspflichtige Optionen. FEZOLINETANT UND ELINZANETANT: NEUE SUBSTANZEN ZUR BEHANDLUNG VON VMS : In Deutschland wurde 2024 der erste Neurokinin-3-Rezeptor-Antagonist (Fezolinetant) als Vertreter einer neuen Substanzklasse zur VMS-Therapie bei postmenopausalen Frauen zugelassen. NK3R-Antagonisten können die KNDy-assoziierten Signalwege zur Aktivierung des Thermoregulationszentrums blockieren und so VMS reduzieren.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Menopausale Beschwerden erhalten mehr Aufmerksamkeit Seit 2022 ist die Menopause ein „heißes“ Gesprächsthema auf vielen Kanälen. Patientinnen fordern zunehmend Rat und Abhilfe bei Beschwerden. Dies hat zu einem Boom von Social-Media-Foren, Menopause-Zentren und Internet-Angeboten geführt. NEUER BEGRIFF FüR VULVAVAGINALE-ATROPHIE: GENITOURINäRES SYNDROM DER MENOPAUSE (GSM) : GSM umfasst urogenitale Symptome wie Scheidentrockenheit (vaginale Trockenheit), Brennen und Juckreiz, urologische Beschwerden wie Dysurie, Kontaktblutungen, und Schmerzen bei Geschlechtsverkehr. GSM entsteht, wenn ein Estrogenmangel über mehr als 3 Monate besteht und dann zu einer Veränderung des vaginalen Mikrobioms und Atrophie des Vaginalepithels führen kann. Diese Veränderungen können die Lebensqualität über viele Jahre hinweg deutlich einschränken und sind gut und risikoarm lokal therapierbar. WENN FRAUEN SICH NICHT MEHR WIEDERERKENNEN – SYMPTOMATISCHE PERIMENOPAUSE : Brustspannen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Palpitationen, Panikattacken, Gelenkschmerzen, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, und kognitive Aussetzer („brain fog“) wurden in einer internationalen Online-Studie mit 2400 Frauen (35–55 Jahre) von mehr als 20% der Teilnehmerinnen noch vor der Menopause benannt. Viele Frauen erleben plötzlich Symptome, die sie als überwältigend empfinden und nicht einordnen können, und die Ängste vor einer schweren Erkrankung auslösen können. Nicht selten führt dies dazu, umfangreiche Abklärungen zu veranlassen. MENOPAUSALE BESCHWERDEN DAUERN SEHR VIEL LäNGER ALS FRüHER GEDACHT. : Frauen mit ersten Hitzewallungen in der Prämenopause oder frühen Perimenopause erlebten in der SWAN-Studie (The Study of Women’s Health Across the Nation) eine längere Gesamtdauer der Beschwerden (Median > 11,8 Jahre). Bei Frauen mit den ersten Hitzewallungen in der Postmenopause hielten die vasomotorischen Symptome (VMS) hingegen kürzer an (Median: 3,4 Jahre). BLUTHOCHDRUCK UND MENOPAUSE : Estrogen-Mangel als prädisponierender Faktor für postmenopausalen Bluthochdruck ist relativ gut belegt, möglicherweise haben Altern, Stress, und andere Faktoren jedoch noch eine höhere Relevanz. Der schützende Effekt einer menopausalen Hormontherapie ist nicht unumstritten. BEHANDLUNGSOPTIONEN FüR MENOPAUSALE VMS : Für die Behandlung der VMS empfehlen deutsche und internationale Leitlinien sowohl medikamentöse als auch nicht medikamentöse beziehungsweise nicht verschreibungspflichtige Optionen. FEZOLINETANT UND ELINZANETANT: NEUE SUBSTANZEN ZUR BEHANDLUNG VON VMS : In Deutschland wurde 2024 der erste Neurokinin-3-Rezeptor-Antagonist (Fezolinetant) als Vertreter einer neuen Substanzklasse zur VMS-Therapie bei postmenopausalen Frauen zugelassen. NK3R-Antagonisten können die KNDy-assoziierten Signalwege zur Aktivierung des Thermoregulationszentrums blockieren und so VMS reduzieren.

Identifiants

pubmed: 39437822
doi: 10.1055/a-2165-5935
doi:

Types de publication

Journal Article Review English Abstract

Langues

ger

Sous-ensembles de citation

IM

Pagination

1317-1323

Informations de copyright

Thieme. All rights reserved.

Déclaration de conflit d'intérêts

Prof. Dr. V. Seifert-Klauss: 01/2021–12/2022: Mentorin Campus Gynäkologische Endokrinologie (Sponsor Besins Healthcare) 10/2022–12/2023: Studienhonorar Astellas Phase III – Studie zu Fezolinetant 9/2023: Advisory Board zu Fezolinetant (Astellas) 10/2023 und 2/2024: Vorträge zu PCO-Syndrmo (Novo Nordisk) 11/2023: Vortrags- oder Schulungstätigkeit: „Gynäkologie bei Frauen mit geistiger und mehrfacher Behinderung“ (Johann-Wilhelm-Klein-Akademie) 01/2024: Vortrag Womens’s Health Kongress Lausanne: Hormone therapy in risk situations (SGRM, SGM)

Auteurs

Katharina Tropschuh (K)

Frauenklinik, Universitätsklinikum rechts der Isar, München, Germany.

Vanadin Seifert-Klauss (V)

Frauenklinik, Universitätsklinikum rechts der Isar, München, Germany.

Articles similaires

[Redispensing of expensive oral anticancer medicines: a practical application].

Lisanne N van Merendonk, Kübra Akgöl, Bastiaan Nuijen
1.00
Humans Antineoplastic Agents Administration, Oral Drug Costs Counterfeit Drugs

Smoking Cessation and Incident Cardiovascular Disease.

Jun Hwan Cho, Seung Yong Shin, Hoseob Kim et al.
1.00
Humans Male Smoking Cessation Cardiovascular Diseases Female
Humans United States Aged Cross-Sectional Studies Medicare Part C
1.00
Humans Yoga Low Back Pain Female Male

Classifications MeSH