[A Newborn Suffering from Arhinia: Neonatologic Challenges During Primary Care of the Newborn With Bosma Arhinia Microphthalmia Syndrome (BAMS)].

Neugeborenes mit Nasenagenesie: Neonatologische Herausforderungen bei der Versorgung eines Neugeborenen mit Bosma-Arhinie-Mikrophthalmie-Syndrom (BAMS).

Journal

Laryngo- rhino- otologie
ISSN: 1438-8685
Titre abrégé: Laryngorhinootologie
Pays: Germany
ID NLM: 8912371

Informations de publication

Date de publication:
04 2021
Historique:
entrez: 30 3 2021
pubmed: 31 3 2021
medline: 10 4 2021
Statut: ppublish

Résumé

The rare clinical picture of nasal agenesis is to be presented on the basis of a female newborn. Intrauterine growth restriction with polyhydramnios and midface hypoplasia were noted during pregnancy. Primary cesarean section at 38 + 4 weeks' gestation was done. Airway management was achieved by splinting through a Mayo tube which was subsequently replaced by a pharyngeal endotracheal tube without signs of respiratory failure. In addition to a complete nasal agenesis, hypertelorism, a Gothic palate, bilateral microphthalmus, and iris coloboma were found. Ultrasound scans of cerebral structures were normal. An orogastric tube was placed, and drinking training and a special pacifier improved coordination and drinking performance. We suspected a case of Bosma arhinia microphthalmia syndrome (BAMS). The structural maintenance of chromosomes flexible hinge domain (SMCHD) containing 1 gene plays a key role in the embryogenesis of the human nose and is known for mutations in BAMS. A heterozygous de novo mutation in the SMCHD1 gene (c.1043A > G; pHis348Arg) was confirmed by molecular genetic analysis. Initial stabilization after birth is often a challenge in patients with nasal agenesis. They are often intubated immediately postpartum and electively tracheotomized. In the absence of respiratory problems and appropriate growth, however, there is no urgent indication for early plastic surgical treatment, given the inherent risks of sepsis and growth disorders in the midface. Anhand eines weiblichen Neugeborenen soll das seltene Krankheitsbild der konnatalen Nasenagenesie vorgestellt werden. In der Schwangerschaft fielen eine intrauterine Wachstumsrestriktion mit Polyhydramnion und eine Mittelgesichtshypoplasie auf. Das Atemwegsmanagement nach primärer Sectio in der 38 + 4 SSW gelang mittels Schienung durch einen Güdel- bzw. im Verlauf Rachentubus ohne Zeichen einer respiratorischen Insuffizienz. Neben der vollständigen Nasenagenesie zeigten sich bei unauffälligen zerebralen Strukturen ein Hypertelorismus, ein gotischer Gaumen, ein beidseitiger Mikrophthalmus und Iriskolobom. Die Nahrungsaufnahme wurde mit einer orogastralen Sonde sichergestellt, durch Trinktraining und einen speziellen Schnuller konnten eine bessere Koordination und Trinkleistung erzielt werden. Der sich bei assoziierten Fehlbildungen ergebende Verdacht auf ein Bosma-Arhinie-Mikrophthalmie-Syndrom (BAMS) wurde humangenetisch durch den Nachweis einer heterozygoten de novo Mutation im SMCHD1-Gen, welches eine Schlüsselfunktion in der Embryogenese der menschlichen Nase spielt, bestätigt (c.1043A > G; pHis348Arg). Aus neonatologischer Sicht ist oftmals die initiale Kreißsaal-Versorgung eine Herausforderung: Patienten mit Nasenagenesie werden häufig postpartal intubiert und elektiv tracheotomiert. Bei fehlender respiratorischer Problematik und Nahrungsaufnahme mit perzentilengerechtem Wachstum besteht jedoch keine dringliche Indikation zur frühzeitigen plastisch-chirurgischen Versorgung, insbesondere da diese mit Gefahren wie Sepsis und Wachstumsstörungen im Mittelgesicht behaftet ist.

Autres résumés

Type: Publisher (ger)
Anhand eines weiblichen Neugeborenen soll das seltene Krankheitsbild der konnatalen Nasenagenesie vorgestellt werden. In der Schwangerschaft fielen eine intrauterine Wachstumsrestriktion mit Polyhydramnion und eine Mittelgesichtshypoplasie auf. Das Atemwegsmanagement nach primärer Sectio in der 38 + 4 SSW gelang mittels Schienung durch einen Güdel- bzw. im Verlauf Rachentubus ohne Zeichen einer respiratorischen Insuffizienz. Neben der vollständigen Nasenagenesie zeigten sich bei unauffälligen zerebralen Strukturen ein Hypertelorismus, ein gotischer Gaumen, ein beidseitiger Mikrophthalmus und Iriskolobom. Die Nahrungsaufnahme wurde mit einer orogastralen Sonde sichergestellt, durch Trinktraining und einen speziellen Schnuller konnten eine bessere Koordination und Trinkleistung erzielt werden. Der sich bei assoziierten Fehlbildungen ergebende Verdacht auf ein Bosma-Arhinie-Mikrophthalmie-Syndrom (BAMS) wurde humangenetisch durch den Nachweis einer heterozygoten de novo Mutation im SMCHD1-Gen, welches eine Schlüsselfunktion in der Embryogenese der menschlichen Nase spielt, bestätigt (c.1043A > G; pHis348Arg). Aus neonatologischer Sicht ist oftmals die initiale Kreißsaal-Versorgung eine Herausforderung: Patienten mit Nasenagenesie werden häufig postpartal intubiert und elektiv tracheotomiert. Bei fehlender respiratorischer Problematik und Nahrungsaufnahme mit perzentilengerechtem Wachstum besteht jedoch keine dringliche Indikation zur frühzeitigen plastisch-chirurgischen Versorgung, insbesondere da diese mit Gefahren wie Sepsis und Wachstumsstörungen im Mittelgesicht behaftet ist.

Identifiants

pubmed: 33784779
doi: 10.1055/a-1307-3374
doi:

Substances chimiques

Chromosomal Proteins, Non-Histone 0
SMCHD1 protein, human 0

Types de publication

Case Reports Journal Article

Langues

ger

Sous-ensembles de citation

IM

Pagination

294-296

Informations de copyright

Thieme. All rights reserved.

Déclaration de conflit d'intérêts

Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Auteurs

Helen Stromiedel (H)

Klinik für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Bürgerhospital Frankfurt, Frankfurt am Main.

Chantal Van Quekelberghe (C)

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bürgerhospital und Clementine-Kinderhospital gemeinnützige GmbH, Frankfurt am Main.

Gökhan Yigit (G)

Institut für Humangenetik, Georg-August-Universität Göttingen Universitätsmedizin, Göttingen.

Ammar Al Naimi (A)

Klinik für Geburtshilfe, Bürgerhospital Frankfurt, Frankfurt am Main.

Franz Bahlmann (F)

Klinik für Geburtshilfe, Bürgerhospital Frankfurt, Frankfurt am Main.

Robert Sader (R)

Klinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main.

Marina Guchlerner (M)

Klinik für Kinderaugenheilkunde, Schielbehandlung und plastisch-rekonstruktive Lidchirurgie, Bürgerhospital Frankfurt, Frankfurt am Main.

Marc Lüchtenberg (M)

Klinik für Kinderaugenheilkunde, Schielbehandlung und plastisch-rekonstruktive Lidchirurgie, Bürgerhospital Frankfurt, Frankfurt am Main.

Kay Latta (K)

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bürgerhospital und Clementine-Kinderhospital gemeinnützige GmbH, Frankfurt am Main.

Chie Hee Cho (CH)

Institut für Diagnostische Radiologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin, Berlin.

Bernd Wollnik (B)

Institut für Humangenetik, Georg-August-Universität Göttingen Universitätsmedizin, Göttingen.

Steffen Kunzmann (S)

Klinik für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Bürgerhospital Frankfurt, Frankfurt am Main.

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