[Announced assisted suicide in Switzerland: a case report].
Angekündigter assistierter Suizid in der Schweiz – Ein Fallbericht.
Assisted suicide
Ethics
Euthanasia
Personality disorders
Journal
Neuropsychiatrie : Klinik, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation : Organ der Gesellschaft Osterreichischer Nervenarzte und Psychiater
ISSN: 2194-1327
Titre abrégé: Neuropsychiatr
Pays: Germany
ID NLM: 9440588
Informations de publication
Date de publication:
Dec 2021
Dec 2021
Historique:
received:
08
07
2021
accepted:
05
08
2021
pubmed:
28
9
2021
medline:
15
12
2021
entrez:
27
9
2021
Statut:
ppublish
Résumé
Assisted suicide is currently still prohibited in Austria. However, following a finding of the Austrian Constitutional Court it would be completely legal from 2022. A statutory regulation defining the limits between legal ways of assistance and the conditions therefor on the one hand and, on the other hand, assistive actions that shall remain prohibited is currently not in sight. However, a suicidal action performed upon the request of the person willing to die solely by someone else will remain illegal; this also applies if the person willing to commit suicide is physically unable to participate in her or his killing. In several European countries euthanasia and/or assisted suicide has already been legalized and in some countries, Switzerland for example, assisted suicide is a legal option even for patients without suffering from a life-limiting disease, unbearable suffering and insufficient treatment options are the only criteria. In this case report the clinical case of an Austrian patient will be presented, suffering from a personality disorder, who planed an assisted suicide in Switzerland. Ethic and legal backgrounds are discussed.The possibility of assisted suicide bears the danger that people suffering from psychiatric disorders, especially current major depressive episode, could refuse treatment options and choose suicide trough a commercial provider of assisted suicide.In particular it must be considered that currently severely depressed people usually suffer from limited insight and judgement as well as from limited freedom of choice. Aktive Sterbehilfe ist aktuell in Österreich noch gesetzlich verboten. Aufgrund einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs wäre assistierter Suizid ab dem Jahr 2022 gänzlich legal. Eine gesetzliche Regelung, die Grenzen zwischen legalen Formen einer Assistenz sowie deren Voraussetzungen und weiterhin unerlaubten Assistenzleistungen zieht, ist derzeit noch nicht in Sicht. Ein Suizid, der auf Verlangen des Suizidenten von fremder Hand herbeigeführt wird, bleibt jedenfalls weiterhin strafbar; dies auch dann, wenn der Suizident physisch nicht mehr in der Lage ist, bei seiner Tötung mitzuwirken. In mehreren europäischen Ländern wurde aktive Sterbehilfe bereits legalisiert und in manchen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, kann assistierter Suizid auch ohne lebenszeitlimitierende Grunderkrankung, bei unerträglichem Leid und insuffizient vorhandenen weitere Behandlungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden. In diesem Fallbericht wird die Kasuistik einer Patientin geschildert welche, als Grunderkrankung an einer Persönlichkeitsstörung leidend, einen assistierten Suizid in der Schweiz geplant hatte. Es werden die ethischen und juristischen Hintergründe dieses Fallberichts diskutiert.Das zur Verfügung stellen assistierter Suizidmöglichkeiten birgt die große Gefahr, dass Menschen mit psychischer Erkrankung, insbesondere bei schweren depressiven Episoden, Behandlungsangebote ablehnen und anstelle Suizid durch einen professionellen Sterbehilfeanbieter wählen könnten. Insbesondere gewarnt werden muss vor der Tatsache, dass Menschen in aktuell schwer depressivem Zustandsbild aufgrund dessen zumeist unter eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit leiden und nur bedingt über die Möglichkeit der freien Willensentscheidung verfügen.
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Type: Publisher
(ger)
Aktive Sterbehilfe ist aktuell in Österreich noch gesetzlich verboten. Aufgrund einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs wäre assistierter Suizid ab dem Jahr 2022 gänzlich legal. Eine gesetzliche Regelung, die Grenzen zwischen legalen Formen einer Assistenz sowie deren Voraussetzungen und weiterhin unerlaubten Assistenzleistungen zieht, ist derzeit noch nicht in Sicht. Ein Suizid, der auf Verlangen des Suizidenten von fremder Hand herbeigeführt wird, bleibt jedenfalls weiterhin strafbar; dies auch dann, wenn der Suizident physisch nicht mehr in der Lage ist, bei seiner Tötung mitzuwirken. In mehreren europäischen Ländern wurde aktive Sterbehilfe bereits legalisiert und in manchen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, kann assistierter Suizid auch ohne lebenszeitlimitierende Grunderkrankung, bei unerträglichem Leid und insuffizient vorhandenen weitere Behandlungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden. In diesem Fallbericht wird die Kasuistik einer Patientin geschildert welche, als Grunderkrankung an einer Persönlichkeitsstörung leidend, einen assistierten Suizid in der Schweiz geplant hatte. Es werden die ethischen und juristischen Hintergründe dieses Fallberichts diskutiert.Das zur Verfügung stellen assistierter Suizidmöglichkeiten birgt die große Gefahr, dass Menschen mit psychischer Erkrankung, insbesondere bei schweren depressiven Episoden, Behandlungsangebote ablehnen und anstelle Suizid durch einen professionellen Sterbehilfeanbieter wählen könnten. Insbesondere gewarnt werden muss vor der Tatsache, dass Menschen in aktuell schwer depressivem Zustandsbild aufgrund dessen zumeist unter eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit leiden und nur bedingt über die Möglichkeit der freien Willensentscheidung verfügen.
Identifiants
pubmed: 34570353
doi: 10.1007/s40211-021-00398-6
pii: 10.1007/s40211-021-00398-6
pmc: PMC8651573
doi:
Types de publication
Case Reports
Journal Article
Langues
ger
Sous-ensembles de citation
IM
Pagination
187-191Informations de copyright
© 2021. The Author(s).
Références
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