[Evaluation of the Use of Interpreters in Medical and Psychosocial Health Care of Refugees in a Reception and Registration Centre of the German Federal State of Baden-Wuerttemberg].
Evaluation des Einsatzes von DolmetscherInnen in der medizinischen und psychosozialen Versorgung Geflüchteter in einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Baden-Württemberg.
Journal
Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie
ISSN: 1439-1058
Titre abrégé: Psychother Psychosom Med Psychol
Pays: Germany
ID NLM: 8002823
Informations de publication
Date de publication:
Oct 2020
Oct 2020
Historique:
pubmed:
13
3
2020
medline:
6
8
2021
entrez:
13
3
2020
Statut:
ppublish
Résumé
In the medical and psychosocial health care of refugees the use of interpreters is of fundamental importance. The involvement of interpreters changes the dyadic practitioner-patient system to a triad requiring different behavior guidelines. The aim of the present study was to evaluate the involvement of interpreters in the medical and psychosocial outpatient clinic in a registration centre for refugees in the state of Baden-Württemberg. For a general overview of the use of interpreters in different types of consultation hours and a comparison of the local practice with guidelines from the literature, a systematic survey was conducted in N=75 treatment cases with N=19 practitioners, N=27 interpreters and N=75 patients using an observation sheet. Among the factors studied were sitting positions in the triad, the manner of translation by interpreters, eye contact and orientation of speech of practitioners and patients towards each other during the phases of linguistic production, the interaction with family members and the occurrence of briefings or meetings after the consultation. Results show that the observed interpreters were almost exclusively non-professionals without qualification for this profession. Interpreters translated according to the so-called black box model or predominantly self-initiated as co-therapists and usually did not act as references of cultural aspects. Furthermore it could be observed that practitioners oriented the communication - eye contact and direct speech - primarily towards interpreters, not to patients. In addition, there was no briefing between the therapist and the interpreter or meeting after the consultation in any of the consultation hours surveyed. The practice of involving interpreters differs from guidelines of research literature. The present study uncovers these discrepancies and thus has implications for the work of practitioners and interpreters in refugee care. In der medizinischen und psychosozialen Gesundheitsversorgung Geflüchteter ist der Einsatz von DolmetscherInnen von grundlegender Bedeutung. Durch Einbeziehung eines Dolmetschers verschiebt sich das dyadische Behandler-Patienten-System zu einer Kommunikation in der Triade, für die entsprechende Verhaltensrichtlinien erforderlich sind. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Einbeziehung von DolmetscherInnen in die Sprechstunde der medizinischen und psychosozialen Ambulanz einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete des Landes Baden-Württemberg zu evaluieren. Es wurde eine systematische Erhebung mittels eines Beobachtungsbogens in N=75 Behandlungsfällen mit N=19 BehandlerInnen, N=27 DolmetscherInnen sowie N=75 PatientInnen vorgenommen. Erfasst wurden unter anderem die Sitzpositionen in der Triade, die Art der Verdolmetschung von DolmetscherInnen, die sprachliche Adressierung bzw. Blickrichtung von BehandlerInnen und PatientInnen während der Phasen der Sprachproduktion zueinander oder zu DolmetscherInnen, die Interaktion mit Angehörigen, sowie das Stattfinden von Vor- oder Nachbesprechungen. Die Ergebnisse zeigen, dass es sich bei den beschäftigten DolmetscherInnen fast ausschließlich um LaiendolmetscherInnen ohne Qualifikation für diesen Beruf handelt. DolmetscherInnen agierten vorwiegend sowohl nach dem Black-Box-Modell als auch eigeninitiiert als KotherapeutInnen, in der Regel jedoch nicht als AnsprechpartnerInnen für kulturelle Aspekte. Überdies konnte beobachtet werden, dass BehandlerInnen die Kommunikation – Blickkontakt und Ansprache – primär zu DolmetscherInnen und nicht zu PatientInnen ausrichteten. Zudem gab es in keiner der untersuchten Sprechstunden eine Vor- oder Nachbesprechung zwischen BehandlerInnen und DolmetscherInnen. Die gelebte Praxis der Einbindung von DolmetscherInnen weicht z. T. erheblich von den Leitlinien gängiger Forschungsliteratur ab. Die vorliegende Studie legt diese Diskrepanzen offen und hat damit Implikationen für die Arbeit von BehandlerInnen und DolmetscherInnen in der Geflüchtetenarbeit.
Autres résumés
Type: Publisher
(ger)
In der medizinischen und psychosozialen Gesundheitsversorgung Geflüchteter ist der Einsatz von DolmetscherInnen von grundlegender Bedeutung. Durch Einbeziehung eines Dolmetschers verschiebt sich das dyadische Behandler-Patienten-System zu einer Kommunikation in der Triade, für die entsprechende Verhaltensrichtlinien erforderlich sind. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Einbeziehung von DolmetscherInnen in die Sprechstunde der medizinischen und psychosozialen Ambulanz einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete des Landes Baden-Württemberg zu evaluieren.
Types de publication
Journal Article
Observational Study
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